Glaubenssache

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Der Glaube im Menschen, in all dessen Formen, ist der Dreh- und Angelpunkt allen Geschehens in seinem irdischen Leben. Das, woran man glaubt, bestimmt die Richtung des Denkens und jegliches daraus folgende Wahrnehmen und Handeln. Jeder Glaube ist wirksam, doch als mühelos haltbar erweist sich lediglich der natürliche, welcher weder der Anstrengung noch einer Verteidigung bedarf.

Man kann an Gott glauben oder auch an die Wissenschaft. Allerdings, an eine höhere Macht zu glauben, wenn man sich dessen bewusst ist, dass man sich nicht selbst das Leben gab, ist tatsächlich natürlich. Zu denken, man hätte das Recht, über Andere zu bestimmen, Richtungen vorzugeben, nur weil diese Anderen – in irgendeiner Form von den eigenen engstirnigen Ansichten abweichen, ist äußerst unnatürlich. Alles Herrschen und Beherrschen wollen ist unnatürlich, denn Gott herrscht nicht in uns, sondern gibt das Leben und auch all die Freude und Liebe darin. Alle Freude, alles Glück, die wir in uns fühlen können, stammen unmittelbar vom Göttlichen. Welches, wenn es überall ist, natürlich auch in jedem Menschen wirkt.

Alles Unnatürliche wiederum entspringt der Angst, welche sich auch hinter jeder Form von Gier versteckt, hinter Ärger, Wut, Rechthaberei und ebenso auch  Launenhaftigkeit zum Ausdruck bringt. In gewisser Hinsicht hat somit jeder Mensch, der sich beispielhaft zum eigenen Schutz bewaffnet, Angst vor seinem eigenen Selbst. Angst vor dem, was er glaubt. Angst vor der eigenen Unberechenbarkeit, die ihm in der nahen und insbesondere fernen Welt und auch in seinen Träumen, in tausenderlei Formen widergespiegelt wird.

Angst ist nicht natürlich. Sie wird in guter Absicht anerzogen und übertragen von jenen, die ihre Ängste mit den Ahnungslosen teilen. Dabei ist offensichtlich, dass Angst niemandem hilft und auch nicht verhindert, wofür sie steht. Die Gedanken der Angst bilden Fesseln, die sich um den Geist und alle Sinne legen, hörig bis bewegungslos machen und auf Dauer offensichtlich wahnsinnig, beziehungsweise total neurotisch.

Wenn Angst nun – entgegen aller Behauptungen aus der Experten-Welt – nicht natürlich ist, kann man diese, genau wie jeden anderen menschlichen Unnütz-Tick, ablegen, sobald deren Unsinn und dessen Folgen eingesehen worden sind. Also im Licht des Gegenwärtigen betrachtet und als verzichtbar erkannt wurden. Ein Kampf ist nicht nötig. Man kommt lediglich bewusst in den Augenblick zurück, den der Geist für einen kleinen Moment verließ, um sich vor einer Illusion zu fürchten. Zu fürchten, vor einer gewählten Ansicht, die etwas im Denkenden in Betracht zog, obwohl in der tatsächlichen Wirklichkeit – dafür kein Anlaß besteht. Illusion ist alles, was im jetzt nicht ist. Weder kann die Vergangenheit den Menschen einholen, noch die Zukunft ihn überrollen, wenn dieser es sich nicht – selbst mittels Gedanken versichert.

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Hat man sich tief in die Illusion hineingedacht, kann ein Gebet tatsächlich hilfreich sein:

Jetzt und hier, bitte ich den Heiligen Geist in mir, mich aus aller Angst zu führen. Und ich danke für die Möglichkeit und all die Wunder, welche diese mit sich bringt.

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Bist du bereit, für den Wandel im Geist?

Erfahrungswert