Umkehr 3

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Wenn man schon etwas länger – als sogenannter Mensch – auf der Erde weilt, fallen sie einem stetig öfter zu, nämlich all jene Gelegenheiten, in denen man erkennen kann, dass vielerlei Gesetz, das man – beinahe ewig – für absolut wahr, gerecht und unumstößlich hielt, es gar nicht ist. Kein tatsächliches Gesetz ist, es gab sich nur den Anschein, bis der Irrtum im vollen Lichte aufgedeckt ward.

Welch weite Dankbarkeit, dem Erkennen des Irrtums wohl folgt, kommt selbstverständlich stets darauf an, was der Schleier der Irrung vor uns hatte verhüllt. Letztendlich kann ein jeder in sich erkennen, dass es stets der Himmel ist, welcher hinter jedem Irrtum liegt. Denn ein Dasein, frei von jedem Irrtum, der maßlos Kraft, Mühe und Nerven kosten kann, wer würde dies nicht wählen und mit Dankbarkeit annehmen? Es mag zwar sein, in dir und mir – träfe ein hartnäckiges ‚ja aber‘ – eine andere Wahl, doch das sind dann wahrhaft, weder du noch ich. Wir sind es nicht, dieses düster beharrliche ‚ja aber‘, welches ja lediglich eine andere Form des Nein zum Ausdruck bringt. Denn manches, ist doch viel zu schön, um wahr zu sein, 🙂 und so muss ein Teil in mir und eventuell auch in dir, all das anscheinend Unglaubliche – mit fetten und auch schlauen Zweifeln behängen, damit das Ego nicht im Licht erblindet und es dann eventuell im Anschluß, das Leben derart annehmen muss, wie es tatsächlich dem Menschen alltäglich zufällt.

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‚ja aber‘