Die Welt der Ideen – 5

von Luxus Lazarz

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Glück geatmet
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Wie oft hat man bereits Pläne fürs Glück gemacht, die von des Lebens unsichtbarer Hand durchkreuzt wurden? Woraus sich offensichtlich ergab, dass man mit dem eigenen Plan im Kopf und blind für die Wirklichkeit, am tatsächlichen Leben vorbei lief, manches Mal dünkte das Ganze gar wie eine Flucht. Und ein Plan, ohne die vollkommene Unterstützung und Anteilnahme des Lebens, welches alles in sich verbindet, kann ja auch gar nicht funktionieren, schon gar nicht fürs wirklich ersehnte Glück.

Offensichtlich ist, dass all das, was beatmet werden muss, nicht aus eigener Kraft lebt. Man braucht jetzt gar nicht bis in ein Krankenhaus denken, denn auch der Mensch, der offiziell als gesund gilt, ja, tatsächlich sogar jeder Mensch, wird während er schläft beatmet. Vielmehr dessen Körper wird beatmet, beatmet aus dem Unsichtbaren, denn so unglaublich es auch klingt, der Geist atmet nicht, da es kein Muss für ihn ist. Wie oft atmet man in einem Traum, wie oft schmerzt es in der Illusion?

Man erinnere sich, an jene Momente im Leben, in denen man frei von Gedanken war, weil das, was man nicht tat oder auch das, was man tat, eben ganz still und leise vor sich ging, ohne dass der Verstand eingegriffen hat. Oder ein Moment, in dem beim Lesen eines Buches, die Handlung sich derart spannend entwickelte, dass man automatisch die Luft anhielt, und manchmal kann das dauern – Sekunden, Minuten und plötzlich wird man sich dessen bewusst, dass man für einen nicht mehr messbaren Moment, gar nicht wie gewohnt geatmet hat. Die Rückkehr in das Gewohnte, lässt den Moment los, und man nimmt einen besonders tiefen Atemzug, der innerlich alles dehnt und erfrischt. So wie jetzt.

Der Verstand rätselt: Nicht atmen, und dennoch eine schöne Zeit? Wie kann das sein? Widerspricht es doch allem, was man in der Schule lernte, beinahe allem, was in Stein gemeißelt schien. Naja, auch ein Stein hält nicht ewig, was ihm angetragen wird.

Ich hab da eine glückatmende Theorie. So glaube ich, dass in diesen Momenten, die man mit allen Sinnen in Gänze selbst ist, der gesamte Raum atmet, sodass man in unsichtbarer Art mit allem verbunden ist. Tatsächlich eins ist, mit dem Einen, welches niemals schläft und in dem unser Geist ewig lebendig geliebt sein wahres Zuhause hat.

Jetzt frag ich mich, ob man sich wohl derart, auch mit dem Meer verbinden kann und in vollkommener Hingabe darin solange tauchen, wie noch nie zuvor? In der Gebärmutter ist das Ungeborene ja dazu monatelang fähig. Also an jenem Ort, an dem man noch nicht wusste, was man ist, was man kann und was angeblich nicht.

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