Kursgerecht 16

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„Die Vergangenheit ist vorbei. Sie kann mich nicht berühren.“*

Kind Gottes, Du hast recht gelesen. Mag sein, dass es Dir wie ein Dejà-vu vorkommt, da diese Lektion: „Die Vergangenheit ist vorbei. Sie kann mich nicht berühren“, ja bereits in einem – der vorhergehenden Beiträge die Empfehlung war. Doch ist hier das Erkennen der Wahrheit, in diesen einfachen Sätzen, wahrlich ein tatsächlicher Meilenstein, und zwar auf allen selbstgewählten Wegen, zurück zum gottgewollten Himmelreich in Dir und mir.

Wenn etwas unwiderruflich vergangenen ist, kann es in der Gegenwart auch keine Wirkung mehr zeitigen. Somit ist alle Pein im Gegenwärtigen, deren Ursache von mir zweifellos im Vergangenen lokalisiert wurde, nur die persönliche Vorstellung einer Möglichkeit, die wahrhaft nur ein Hauch in meinem Leben war und im Jetzt nicht existiert. Nur für mich ist, diese ursächlich vergangene und damit auch jeder Wirkung entledigte Pein – immer noch wirksam, denn ich hab sie einst mittels eigener Deutung gemacht und stehe ihr dadurch in meiner Wahrnehmung näher, als jeder Mensch in meinem Umfeld es wahrlich jemals könnte.
Und wo berührt mich, die mir bekannte und auch anerkannte Vergangenheit zuerst? Selbstverständlich in meinem Innersten, denn genau dort hat man diese Pein … auf Tasche, wie es zum Beispiel ein waschechter Berliner auszudrücken beliebt.

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Ich halte die Vergangenheit in mir fest, glaube mich gar an diese gebunden, um mich mittels dieser selbst zu verstehen und auch Anderen erklären zu können, wen ich, der Mensch – aus meiner maßgeblichen Sicht darstelle und wie ich war und wieso und auch warum und keinesfalls anders. In gewisser Weise ist die Vergangenheit mein Reisegepäck, von dem ich im Wahnsinn der Zeit auch mal Teile verliere, da es mir an der Gabe der Allwissenheit fehlt und mein anscheinendes Überblicken des Ganzen – mannigfaltig trügt. Ja, sogar wahrlich oft fehlerhaft ist, sodass es mir nie gelingen will, gleichsam alles in Einem zu sehen. Doch für IHN ist das All und Es – Sein Leben, das ist ER Selbst – in all seiner Güte, Gnade und Gerechtigkeit. ER, der niemals Sein Selbst aufgeben kann und will.

Im Jetzt erkenne ich sodann, dass ich zwar bin, doch niemanden darstellen muss, um weiterhin lebendig und freudvoll zu sein. Lebendig, still und freudvoll, was ich offenbar auch ohne Vergangenheit bin, genauer ausgedrückt, ohne all die Irrtümer, Fehlglauben und ungeprüften Annahmen, mit den fehlerhaften Vergleichen darin. Das ich bin, dass ich lebendig geliebt worden bin – ist mein grenzenloses Erbe. Doch alles, was ich glaube zu sein, was sich an diesen Gedanken Ich bin – in Worten anhängt, bleibt wiederum meine eigene Wahl, mein Wunsch und letztendlich stets ein nachweislich vorübergehender Zustand, den ich höchstpersönlich erfunden und mir kunstvoll angedichtet habe. Mein wahrgenommenes Umfeld bestätigt es mir untrüglich so, wie ich es in mir vorausdachte. Es sei denn, ich bin bereit für Gottes Wunder.

So glaubte ich als Mensch über viele Jahrtausende, jemand zu sein, der ich nicht war. An diesen Glauben klammerte ich mich besonders dann, wenn irgendwer – ihn mir absprechen wollte, im Außen und im Innersten. Ich klammerte mich im Raume schwebend, somit an den Spatz in der Hand, unwissend darum, dass ich, der Mensch, mit ein Teil des Geistes war und bin, welcher auch den Spatz erfunden hat, und in seinem Traum mittels Liebe belebte, so wie alles Andere ebenfalls, was sich in des Menschen erträumter Welt bewegt.

Nun ist der Geist in mir wieder frei und willens genug, um die aus Gedanken errichteten Mauern zu umgehen und dahinter zu schauen, in eine Wirklichkeit, die keinesfalls von einem Menschen allein erschaffen und gegeben werden kann. Und dennoch derart fließend geformt und beständig gestaltet erscheint, als würde der Erbauer dieser einladenden Welt – mich besser kennen, als ich es selbst je könnte. Wahrlich ist es wohl auch so, denn zwar kennt der Schöpfer alle seine Kinder, doch umgekehrt – scheint dies noch nicht selbstverständlich zu sein.

Die Vergangenheit ist vorbei. Sie kann mich nicht berühren. Man kann diese Lektion als eines der Gesetze Gottes annehmen, die allesamt liebevoll von jedem Übel befreien. Von all dem, was ein Mensch sich unwissend und eigenwillig in seinen Traum von Leben – gedanklich gezogen, geglaubt und auch hartnäckig getan hat. Frohlockend bemerke ich dazu: Liebe, Gottes Gnade, Seine Güte und auch deren Erkenntnis, all dies benötigt keine Zeit, um im Jetzt empfangen zu werden und wundersam hilfreich zu sein.

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*  Beim vorstehenden Text handelt es sich, um eine Fortsetzung von Kursgerecht 15. Der einführende Gedanke ist ein Zitat aus der Lektion 289 , welcher in „Ein Kurs in Wundern“ zu finden ist.

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