Die letzte Reise – Teil 4

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Planlos sicher

 

Es ist kein Märchen, dass Gott für jedes Seiner Kinder einen Plan hat, der dessen Seele lichtvoll angemessen ist. Nur wer seine eigenen Pläne zurückstellt, besser noch aufgibt, kann wahrlich erkennen, welches der ursprüngliche Plan Gottes für ihn ist. Denn einzig der Plan Gottes, wird sich in jeglicher Hinsicht als passend erweisen, und dies ganz ohne Unterschied, sowohl für dich als auch mich. Dem ist so, weil Frieden und Glück zwar vorstellbar sind, jedoch, dass diese auch planbar sind, darin irrt sich unser Verstand. Allein Gott hat uns erschaffen, und lediglich der Schöpfer weiß somit, was Seine Kinder tatsächlich brauchen, um ohne Zweifel friedvoll und glücklich zu sein.

Vielerlei Wege sind du und ich gegangen, dies stets in dem festen Glauben, dass uns am Ziel das Glück empfängt. Kurzzeitig schien dies sogar wahr zu sein, doch das Glück blieb nie einfach dort stehen, wo wir wähnten, dass es dort sei. So wurde dir und mir mit den Jahren einsehbar, dass alles Wähnen tatsächlich vom Wahnsinn abstammt. Jenem Wahnsinn, untrüglich selbst zu wissen, was ohne Einschränkung das Beste für uns sei. Doch letztendlich blieb nur das Eingeständnis übrig, dass weder du noch ich es wirklich wissen, was uns unbedingt glücklich stimmt und ohne Anstrengung im Frieden hält.

Auch wenn der Verstand in uns beharrlich anderer Ansicht ist, können wir ohne Anstrengung erkennen, dass die Zeit und ihre Umstände mehr als günstig sind, alles Planen aufzugeben. Wie sollte ein Mensch auch sein Leben sicher im Voraus planen können, wenn er niemals wirklich weiß, was die Zukunft bringt? Worauf will man bauen, wenn bereits Morgen alles anders sein kann, als der Plan des Verstandes es für sich in Anspruch nahm? Und dass dies geschieht, haben du und ich erlebt. Nicht nur einmal im Leben, nicht nur heutzutage, nein – wie ein roter Faden, zieht sie sich durch unser Leben, all jene Ungewissheit, die dem Verstand wegplanbar dünkt. Wahrlich ist es einzig der Wunsch nach Sicherheit in dir und mir, der uns planen lässt, was gar nicht planbar ist.

Was ist es nur, was dich und mich drückt und schiebt, um keinen Preis das Leben derart zu akzeptieren, wie es in diesem Moment ist? Glaube ich denn wirklich, dass alles zusammenbricht, wenn kein kopfgemachter Plan in meinem Leben existiert? Und glaubst du wirklich, dass du untergehst, wenn du mal drei Tage, eine Woche oder länger, ohne zu planen, einfach nur da bist, wo du bist und lediglich tust, was im Moment wahrlich nach deiner Tat ruft? Was haben wir in unserem Leben schon alles geplant, und was davon hat uns glücklich gemacht – bis jetzt?

Jetzt und hier erinnere ich mich, planlos kam ich in die Welt, und es war zu meinem Schaden nicht. Nichts hatte ich dabei, nur mein reines Selbst. Allein Gott hatte geplant, wem Er mich gab, und Er tat recht damit, da das Fundament Seines Planes reine Liebe ist. Natürlich gab es auch eine Zeit, in der ich dies ganz anders sah, doch wahrlich gingen diese Jahre vorüber, und heute bin ich mir dessen gewiss, es wurden die besten Voraussetzungen geschaffen für mich, um jenes sein zu können, was ich auch heute noch bin. Lebendig, liebend und geliebt.

Ohne Plan glücklich sein und dennoch beschützt, wird sich mehr und mehr Menschen als das wahrhafte Glück erweisen, welches von Gott einem jedem Seiner Kinder angedacht ward. Denn aus Erfahrung wissen du und ich, Pläne sind an Bedingungen geknüpft, allerdings die Liebe Gottes und das Leben in Ihm sind es nicht. Und wenn Gottes Plan aus Liebe ist, stellt er auch keinerlei Bedingungen an uns, dies tun du und ich lediglich selbst. Also Bedingungen erfinden, an die es sich zu halten gilt, damit du und ich glücklich sein können. Damit umgehen wir, die gottgewollte Einfachheit und mit jeder erneuten Anstrengung, wird genau dies offenbar.

Erinnern wir uns daran, wie einfach alles einstmals begann. Alle Bedürfnisse wurden erfüllt, obwohl wir keinerlei Plan in uns schmiedeten, wie man dies bis ans Ende des Lebens hätte sichern können. An ein Ende dachten wir gar nicht und erfuhren das Leben unbelastet und mit einer freudvollen Leichtigkeit, nach der du und ich uns heute wieder sehnen. Sie ist immer noch da, diese vollkommene Leichtigkeit und wartet lediglich darauf, dass du und ich sie wiederentdecken. Wahrhaft liegt sie nur unter all jenen Plänen versteckt, die Gott nicht für uns machte, sondern wir selbst – blind, taub und oftmals von den Illusionen der Angst getrieben.

Wunder passieren nur im Jetzt. Ist man nicht dort, also im Jetzt, der einzig tatsächlich gegebenen Wirklichkeit, sondern im Kopf verreist, geht das Wunder an uns spurlos vorbei und klopft erst wieder an, wenn du und ich bereit sind, es planlos zu empfangen. Jawohl, es kommt wieder, doch warum willst du warten, wenn du es ohne Verzug erleben kannst? Also bleibe wahrhaft im Jetzt, und schau dir ohne Wollen einmal alles einfühlsam an, was dort bereits gegeben ist.

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