Die letzte Reise – Teil 2

von Luxus Lazarz

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Glaubenssache

 

Glauben und Vertrauen erweisen sich dem Menschen als zwei innerliche Vorgänge, welche untrennbar miteinander verbunden sind. Wer glaubt, vertraut dem, was er glaubt. Das Vertrauen ist die Basis eines jeden Glaubens. Ohne Vertrauen ist ein Glauben haltlos. Dabei ist es gleichgültig, was der Glaube beinhaltet. Egal ob man nun zweifelsfrei an etwas Schönes oder Bedrückendes glaubt, der Glaube zeitigt eine Wirkung im Gläubigen und infolge auch in dessen Leben. Aufgrund der Gesetzes der Wahrnehmung beeinflusst ein Mensch sein gesamtes Leben und oft auch das seiner Mitmenschen, mittels dessen, was er glaubt. Denn ich kann nur sehen, was ich glaube, weil ich danach Ausschau halte. Alles andere würde mich ja von meinem Glauben abbringen, und wer will das schon?

Doch manchmal gerät ein Mensch auch in Situationen, die er sich nicht hat vorstellen können. Dann sagt er sich innerlich oder auch dem Umfeld laut: Das glaube ich nicht. Erfährt er das Geschehen jedoch wahrlich gegenwärtig, handelt es sich dabei um eine Tatsache, die bereits passiert ist und somit nicht mehr von seinem Glauben abhängt. Derartige Vorkommnisse bewirken stets eine Veränderung im Menschen. In erster Hinsicht zeigen sie ihm auf, dass seine Sicht der Welt fehlerhaft war. Beim genaueren Hinsehen kann der Mensch allerdings auch erkennen, dass dieses, was er zuvor nicht glaubte, oftmals zu seinem Besten ist. Denn es rüttelt ihn wach, den Menschen und macht ihn darauf aufmerksam, dass wohl doch nicht alles in seiner kleinen Welt sich derart gestaltet und ergibt, wie er es bis dahin fest geglaubt hat. Somit kommt etwas in Bewegung, was er von allein nicht bewegt hätte, da es ihm in gewisser Weise sicher, beziehungsweise unbeweglich erschien. Und am Sicheren will der Mensch keinesfalls rütteln, denn Ungewissheit ist ihm ein Gräuel. Nicht wissen, was auf ihn zukommt, wie sich seine Zukunft gestaltet, wie die Dinge sich entfalten, das beunruhigt jedoch nur den Teil im Menschen, welchen man das EGO nennt.

Wie wechselhaft und veränderlich der Glaube des EGO ist, ist wahrscheinlich jedem Menschen aus eigenem Erleben bekannt. Jener Teil unserer Wahrnehmung, der dem Anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnt, der in Gedanken, wie zum Beispiel Konkurrenz und Wettbewerb festhängt und über alles und jeden Urteilen will, ist keinesfalls das Gesunde in uns. Im Gegenteil, derart zu denken, beschert dem Menschen nachweislich allen Wahnsinn, alle Krankheit und wahrlich jede Form von Angst. Manchmal bringt uns dieser Teil auch in berauschende Zustände, zum Beispiel wenn wir fest daran glauben im Recht zu sein. Dies hält jedoch nie lange an. Denn beinahe jedes Mal endet ein solcher Höhenrausch in einer Schlucht, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint. Womit wohl eindeutig erkennbar wird, dass das EGO in Glaubensfragen kein wirklich guter Berater ist. Es versorgt uns mit Glauben, der dem Menschen nicht gut tut und letztendlich nur unser Vertrauen missbraucht, enttäuscht und uns letztendlich hoffnungslos macht.
Das muss nicht sein, denn niemand ist wirklich allein auf der Welt. In jedem Menschen gibt es einen Lehrer, der dem Menschen den rechten Weg weist. Dies ist der Heilige Geist, der ohne Anstrengung und Pause für jede Menschenseele, das ewige Bindeglied zum Schöpfer allen Lebens und der Welt bildet. Und ER irrt sich nie, weil er in unmittelbarer Kommunikation mit der Wahrheit steht.

Nun gibt es in der Welt einen Glauben an den freien Willen des Menschen. Ein Mensch kann tatsächlich alles glauben, was er glauben will. Es kann sein Wille sein, sich als ein Kind Gottes, oder auch als Kind einer Höheren Macht anzuerkennen, aber auch willentlich dagegen anzukämpfen. Doch wohin führt Letzteres? Nur in die Gefangenschaft des EGO und all die damit entstehenden aussichtslosen Situationen, welche das EGO für seinen Wirt, den Menschen, ersinnt. Man erinnere sich an all jene Momente, in denen man sich selbst oder einen Anderen haßte, sich vielleicht auch nur über etwas ärgerte, genau da präsentierte uns das EGO seine Wirkmacht, die in Wahrheit die unsere ist. Es lebt auf unsere Kosten, dieses EGO in uns, denn allein für sich hat es weder ein Leben noch Macht über irgendetwas. Alles Leben und alle Wirkmacht bekommt das Mensch gewordene Gotteskind von Gott allein. Wiederum vom EGO weiß Gott nichts, weil es unsere Privatsache ist und der vollkommene Vater sich lediglich dort einbringt, wo er darum gebeten wird. Wer an Gott glaubt, braucht kein EGO, denn er nimmt nicht mehr am Überlebenskampf teil. Befreit sich vielmehr alltäglich Schritt für Schritt von allen Schauergeschichten, Ängsten und Sorgen, da der reine Geist des Menschen nachhaltig erkennt, dass er in Gott beständig sicher und niemals hilflos den wechselhaften Gezeiten und Gesetzen der Welt ausgeliefert ist. Natürlich könnte all dies auch in einem einzigen Moment geschehen, denn um die Wahrheit in sich selbst zu entdecken, wird gar keine Zeit gebraucht. Allein unser beharrlicher Glaube daran, dass man für alles und jedes Zeit benötigt, behindert den Menschen schon Jetzt frei von allen Nöten zu sein.

Eine Frohe Botschaft ist, dass das Jetzt stets und ständig gegeben ist und wir diesem nie dauerhaft entkommen können, weil Gott es nicht will. Denn ER liebt dich und mich ewig. Kein Glaube unsererseits kann das jemals ändern. Sind wir offen für diese einfache Wahrheit, wird uns der innere Lehrer mehr und mehr in jene Situationen führen, in denen wir erkennen, wie unerschütterlich die Liebe Gottes für uns ist.

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