Zufällig Erkennen

von Luxus Lazarz

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Gott gab mir das Leben und auch den Platz in der Welt, an dem ich es entfalten konnte. Ich selbst habe mir diesen Platz genommen und beständig nach besseren Plätzen Ausschau gehalten. Letztendlich habe ich sogar, den mir von Gott gegebenen Platz scheinbar verlassen, weil ich Anderes wollte als Gott für mich. Um dieses Andere zu bekommen, habe ich Menschen mit Worten verletzt und auch, um selbst nicht verletzt zu werden, mich in Angriff und Taktik geübt.

Jetzt übe ich mich im neutralen Sehen, meiner selbst und selbstverständlich der Welt, die mich unmittelbar umgibt. Das ist so wunderschön und einfach zugleich und macht mich an Stille derart reich, dass ich kaum noch verstehe, wieso ich mir der Leichtigkeit und stillenden Einfachheit des Seins, nicht schon viel, viel früher bewusst sein und bleiben konnte. Offensichtlich ist, Gott gibt mir alltäglich die Kraft für all die kleinen Dinge, die ich tun will und kann. Mir bleibt auch beim Tun mehr und mehr bewusst, dass ich in Gott bin und lebe. Wahrhaft lebe, in jener allumfassenden Wesenheit, die mich mit Leben, Geist und Liebe gesegnet hat und all dies auch weiterhin bedingungslos gibt.

Warum will man überhaupt einen besonderen Platz in der Welt haben, mit Anstrengung erwerben und erhalten, wo es doch wahrhaft genügt, um glücklich zu sein, sich selbst einen stillen Raum in Gottes Liebe zu gewähren? Und Gottes Liebe ist überall, mit mir, in mir, ich kann es also auch überall tun. Lieb mit mir selbst sein und all dem, was mich umgibt. Öfter einmal gar nichts denken, lediglich mit reinem Blick umfassen, was sich zeigt. Was geht mir dadurch verloren, was kommt mir stattdessen neu in den Blick, was ich zuvor nicht so sah?

In Gott liebend lebendig zu sein, ist einzigartig schön. Es gibt nichts zu fürchten, denn Gott ist Liebe und diese tut weder weh, noch klagt sie mich im Innen und Außen an oder Ähnliches. All dies tue ich immer noch selbst und bin dankbar, dass mir stillende Einsicht zufällt.

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