Ursächlich geträumt

von C. Luxus Lazarz

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In der Lektion 30 aus dem Übungsbuch von Ein Kurs in Wundern wird angeregt, an diesem Tag auf Verbindungen – zwischen dem in uns unsichtbar Gedachten und dem hör- und sichtbar Folgenden zu achten. Denn dieses ist der Traum in uns, bevor es Wirklichkeit wird. Laut Kurstext bekommen wir uns selbst serviert, vielmehr unsere eigenen Gedanken als anscheinend lebensechtes Hologramm. Ich halte mich beim Üben der Lektionen überwiegend an die Vorgaben und bereits ab dem Mittag, konnte ich mich selbst in den Erfahrungen erkennen. Also meine Mitwirkung als Drehbuchautor am Script meines Lebens. Insbesondere erschien mir die nachfolgend beschriebene Situation bemerkenswert.

 

Kurs-Tagebuch, 19. August 2019

Heute Nachmittag fragte ich A., ob sie ihr Essen wolle. Allgemein isst sie gegen Vier, es war bereits kurz nach halb Fünf. Sie lehnte ab, und sagte, dass sie keinen Hunger hätte. Ich akzeptierte sofort und ging zurück in die Küche. Dort dachte ich – während mein Blick auf einem Apfelkuchen verharrte, dass A. bestimmt ein Stück Kuchen essen wollte, und deshalb auf das Mittagessen verzichtete. Keine Minute später erschien A. in der Küche und äußerte, dass sie, wo sie nun ja auf das Mittagessen verzichtet hätte, stattdessen ein Stück Kuchen essen könne. Ich stimmte ihr zu. Alles wurde dann relativ zügig arrangiert, und nachdem A. mit ihrem Kuchenstück wieder die Küche verlassen hatte, wurde es in mir still.

War ich gerade eben Zeuge dessen geworden, dass ich tatsächlich einen Traum träumte, in dem meine Gedanken dessen Gestaltung vorformten?

Nun sagt der Verstand, dass ich A. schon längere Zeit kenne und somit sozusagen weiß, wie sie ungefähr tickt. Doch wiederum auf das Träumen bezogen, tickte sie ja eventuell nur so, weil ich sie derart tickend träumte. Dazu will ich weitere Beobachtungen sammeln.

Es vergehen fünf Minuten, die ich stehend und auf meinen Tee wartend – in der Küche verbringe. In Gedanken frage ich mich, wo sich B., ein weiterer Mitbewohner des Hauses, wohl gerade aufhält. Als der Tee fertig gezogen ist, schaue ich noch einmal bei A. ins Zimmer, und um irgendetwas zu sagen, rede ich über B., dass er doch schon wieder vom Einkauf zurück sein müsste und wo er wohl bleibt. Dabei erwarte ich die Rückkehr von B. selbst erst – frühestens in einer Stunde. Doch kaum habe ich die sinnlose Ausschüttung von Worten beendet, höre ich vor dem Haus eine Autotür zufallen. Selbstverständlich war es B., der wie aufs Stichwort in der Szene erschien. Also in dieser Traumszene, die vor ihrer Verwirklichung bereits zuvor in meinen Gedanken vorhanden war, während ich in der Küche stand. „Wenn man vom Teufel spricht … „, sage ich lachend zu A., doch sie hört mich nicht – ist schon wieder in ihrer eigenen Welt unterwegs.

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Noch gelingt es mir selten, einen ganzen Tag wach, also im Jetzt zu bleiben und den Traum, all die Irrtümer darin und meine gedanklichen Angriffe auf mich selbst, im Geschehen zu erkennen. Doch die göttliche Liebe hat meinen Geist an der Angel, wie noch nie etwas zuvor. Und alles ist so sanft, weil die Angel dieses Mal keinen Haken hat.

Wenn ich nur wüsste, wie man träumt, dass man im Traum erwacht. Und dann wach bleiben kann, um freudvoll die ganze Wahrheit mit drei Augen zu schauen, ach das wäre ja unausweichlich wunderbar und Liebe pur.

Ich liebe den Kurs und DEN, der ihn gab.

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