Gebildete Montage

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Mir erscheint das Leben und all das Vergangene zunehmend unwirklicher. Die Zeit stockt darin, es gibt immer noch Murmeltiertag-Momente, doch nach und nach kommt man stetig öfter wieder im Jetzt an. Also da, wo irgendwie nichts und dennoch alles los ist. Darüber hinaus kreist mir seit Tagen ein Gedanke aus dem Kurs im Kopf herum. So heißt es dort, dass alle Gedanken, die nicht von Gott erschaffen wurden – unwirklich sind und es auch dann so ist, wenn sie uns total wirklich erscheinen. Dies passiert nur deshalb, weil wir diese Gedanken selbst erschaffen und zu mehr oder weniger beständigen Bildern in unserem Leben gemacht haben. Erst, wenn man das Bild aus Auge und Sinn verliert, kann es sich auflösen oder zu aller Vorteil verändern.

Das mit dem Bild ist eine Herausforderung für den Verstand, solange dieser das Bild an und für sich als ein flaches Ding ansieht. Doch wir leben nicht in Flachland, sondern in einer 3-Dimensionalen-Welt. Unsere Bilder haben Höhe, Breite und Tiefe. Sie bevölkern all die kleinen Momente, die unser alltägliches Leben darbieten. In holografischen Bildern, die wir gewohnt sind, erwarten, fürchten oder begrüßen und dies so unverrückbar, dass uns manchmal nicht einmal mehr auffällt, dass der Nachbar beim Friseur war und nun nicht mehr dieselbe Friseur – wie auf dem Bild von gestern trägt. Das Bild wird in uns korrigiert, und sonst verändert sich nichts. Warum man die Veränderung nicht sofort wahrnahm, wird selten hinterfragt.

Die Fähigkeit, Bilder nach eigener Wahl zu machen, hat der Mensch von Gott geerbt. Also jenem grenzenlosen Wesen, in dem man ist und mit dem man ewig Eins bleibt. Jenes, was dich und mich erschaffen hat, damit wir verbunden im Einen erschaffen, was uns untrüglich lieb und teuer ist. Wenn man nun weiß, dass alles Gott ist – also auch du und ich – dann macht es ja gar keinen Sinn – sich selbst weiter mit Gedanken und Bildern zu bekriegen, zu quälen, zu martern, also insgesamt zu ängstigen und dies abwechselnd direkt vor sich selbst und dann wieder in anderer Form, die uns bedrohlich erscheint. Dafür ist es wirklich nützlich, sich dessen bewusst zu werden, welche Gedanken nicht von Gott erschaffen wurden, da dieser von einem – in Gut und Böse getrennten Leben seiner Kinder gar nichts weiß.
Da kommt in mir noch die Empfehlung aufgestiegen, sich das Erkennen tatsächlich so einfach wie möglich zu machen. Es genügt sich zu erinnern, was die Liebe nicht wahrnimmt, beziehungsweise alles, was mich nicht ängstigt, wenn ich liebe und keine Zeit für Bedenken und Vergangenes habe. Genau das, wird nicht von Gott gemacht sein und kann somit als unwirklich – enttarnt werden.

Man könnte jedoch auch damit beginnen, all jenes im eigenen Leben zu entdecken, was mit höchster Wahrscheinlichkeit nur von Gott gemacht worden sein kann, weil es niemanden angreift, mit nichts im Streit liegt, weil es erfreut und beglückt, friedvoll und zuversichtlich stimmt. Weil es dich und mich, tiefer atmen lässt, da allein der Gedanke oder das Bild 🙂 genügt, um alle Anspannung loszulassen. Wenn man mal nur eine Weile nach dem Göttlichen im wahrhaft eigenem Leben schaut, könnte es wahrlich sein, dass jegliche Frage nach Anderem sich auflöst, weil die Antwort bedeutungslos wird und man nun Gott tatsächlich in jedem Tag erkennen kann. Sich dem unausweichlich nahe fühlen kann, was man in sich schon immer beständig war und bleibt. Geliebtes Leben – made in love and spirit.

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