Kursgerecht 2

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Wenn man den nachfolgenden Text als eine Treppe wahrnimmt, wo man auf jeder Stufe einen Moment verweilt und schaut, wie sich die Aussicht nun eine Stufe weiter – verändert hat, dann ist dies in gewisser Weise besinnlich, erholsam, stillend und der nächste Schritt tut sich wie von selbst, um dann wiederum besonnen angenommen werden zu können. Erfrischt kommt man am höchsten Aussichtspunkt der Treppe an, ohne dass sich der Geist auch nur einmal anstrengen musste, ein Ziel zu erkennen.

13 Stufen

Stell dir einmal vor es gäbe die Möglichkeit, all jene Gedanken, die uns Kummer und Sorge bereiten, Krankheit bescheren und Glück verwehren – einfach abzuwählen. Bewusst an eine Serviceeinrichtung in uns zu übergeben, damit die den Unhold recyceln können und dann etwas Sinnvolles und Nützliches aus dem zuvor missbrauchten Geist machen.

Selbstverständlich müssen wir nun zu dieser Vorstellung, noch den Basisgedanken hinzufügen, also jenes – aus dem alles ist und in dem das Wahre ewig währt. Also genau das, welches in der Welt zwar unverstanden und dennoch treu – den Gedanken Liebe darstellt. Somit wäre die Basis Liebe und sonnenklar, dass diese Basis alles, also nicht nur jeden Gedanken, sondern damit auch alle daraus folgenden Taten und Situationen – ratzfatz verändern kann. Liebe kann das, genau wie der Hass, welcher jedoch im Gegensatz zur Liebe – nicht ewig währen kann. Was auch leicht erläuterbar ist, denn jenes, was sich selber hasst – kann auf Dauer nicht überleben, in einer Welt die auf Liebe gründet. Und eine Welt – worauf die Liebe mit Hingabe schaut, darin kann sich alles mehren, erblühen und die Welt über alle bisherigen Grenzen ausdehnen.

Wenn du dir das 1. vorstellen kannst, gründet dieses ja automatisch auf einer weiteren Instanz, zu der du offenbar nur gedanklich und gefühlig Zugang hast. Seltsamerweise bist du es nicht gewohnt, mit deinen Gefühlen zu kommunizieren, doch in der Sprache der Gedanken – sind wir, die Menschen, echt versiert. Eventuell erinnerst du dich, wie du schon einmal in dich selbst fragtest und auch Antwort bekamst. Hast du dir da selbst geantwortet und wenn nicht, wer war es dann? Genau hier bietet nun der Kurs eine Antwort an, die passt und niemanden schadet. Dieses heilige Verbindungsglied zwischen dem Urfeld, – der Liebe und dir – ist der Heilige Geist. Auch Christus genannt, der alles sieht und weiß, jedoch nur Antwort geben und eingreifen kann, wenn er gefragt und hereingebeten wird, letzteres gleichgültig für alle Situationen – in denen der Mensch nur noch Verzweiflung zu sein scheint.

Jetzt könnte man denken, der Kurs labert so daher und bietet Ratschläge an, doch dem ist nicht so. Es sind Werkzeuge, bezüglich deren Vorhandenseins man Einblicke erhält und auch einfachste Anleitung dazu – wie man diese Werkzeuge nutzen kann, um sich zum Beispiel von allerlei seltsamem Gedöns – was da so allgemein in einem Menschen Kopf rumturnt, nachhaltig zu befreien. Damit der Mensch mit wachsender Reife – wahrlich zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen in seinem Leben unterscheidet. Bis es letztendlich keinen Unterschied mehr gibt, weil alles Wirklich ist und lebendig geliebt.

Die Verfahrensform ist einfach. Mit Hilfe des Heiligen Geistes, kann man die Dinge an ihrer Quelle auflösen. Ein Verfahren – welches unglaublich viel Zeit einspart, also im Vergleich mit aller Handgreiflichkeit, welcher es bedarf, um die Dinge im tatsächlichen Umfeld zu ändern.  Man muss dem Heiligen Geist für seinen Dienst auch nichts bezahlen. Man gibt ihm nur den Gedanken, den man in sich trägt, der wiederholt auftaucht, für Ärger sorgt, traurig macht und in argen Fällen sogar rachsüchtig. Es gibt nicht einen wirklich sinnvollen Grund, um sich auch nur eines von diesen Gefühlen mittels eines schnöden Gedankens – selbst anzutun. Wir tun es auch nur, weil es uns nicht bewusst ist, das wir es tun. Deshalb wird alles vergeben, wenn man es dem Heiligen Geist übergibt. Vergeben und in Liebe geklärt, sodass es wieder passt in die eine Welt – die frei von unseren Schatten ist.

Nehmen wir als einfaches Beispiel die Gedanken Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit im weltlichen Sinne. Jeder weiß, dass Gerechtigkeit in der Welt ein Unding ist. Sie liegt im Auge des Betrachters, zumal ein Gesetz der Welt lautet, dass wenn der Eine dem Anderen etwas gibt, hat der Erste weniger – also einen Verlust. Obwohl der Reichtum sich vor aller Augen in der Welt täglich mehrt, kann er nie so verteilt werden, dass es für jeden Einzelnen – tatsächlich gerecht erscheint. Der Verstand wird immer noch etwas Unberücksichtigtes finden, was noch nachgebessert werden muss, weil es sonst ungerecht sei. Oder die Frage der Geburt. Ist es gerecht, die Eltern zu haben, die man hat. Ist es gerecht, in einem Land geboren zu werden, das arm ist. Doch wer von uns weiß, wozu es wirklich dient, solange die Geschichte noch nicht zu Ende ist? Um wahre Gerechtigkeit walten zu lassen, muss man schon Gott sein, der als Einziger den Überblick hat – denn es ist SEINE Schöpfung – in die wir gegeben sind.

Auch, wenn der Kollege oder gar der Nächste uns ungerecht behandelt, woher wissen wir, dass er es mit Absicht tut, und wie seine Form der Gerechtigkeit ausschaut. Eventuell weiß der gar nicht, was er da tut und dann wäre es doch total ungerecht, wenn ich mich jetzt über ihn aufrege, obwohl der gar nicht weiß, was er tut, alles aus seiner Sicht ganz anders ist, als er und es – mir gerade erscheint. Genau – wie ich – oft nicht wusste was ich tat und ungerecht handelte, obwohl es mir nicht bewusst war.

Letztendlich will ich nur zum Ausdruck bringen, dass die Gedanken der Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit im weltlichen Sinne und mein vehementer Einsatz für deren Inhalte in meinem Leben, mir überwiegend nur Kummer, Ärger, Aufregung, sogar Not und Unwohlsein beschert haben. Es gab auch den einen oder anderen lichten Moment, keiner war dauerhaft befriedigend. Deshalb will ich diese Gedanken nicht mehr in meinem Geist haben und übergebe sie zur Transformation, beziehungsweise Berichtigung an den Heiligen Geist in mir, weil meine Hoffnung auf Gerechtigkeit – nicht in dieser Welt begründet ist. Nun lasse ich IHN entscheiden, was gerecht und was ungerecht ist. Das erspart mir eine Menge Ärger, Aufregung und Anstrengung also insgesamt Zeit, die ich wiederum dazu nutzen kann, mich nach dem Schönen und unveränderbar Gerechtem in der Welt umzuschauen. Und natürlich auch, um weitere weltliche Gedanken in mir zu entlarven, die mir Nützlichkeit vorgaukeln und genau beschaut nur Freudenräuber sind, manches sogar so unmöglich, dass ich mich frage, warum mir dies erst jetzt deutlich wird.

Und es funktioniert. Hat es ja auch schon vorher. Immer, wenn wir einen Irrtum, einen Fehler in uns einsahen, mit ganzem Herzen und ohne Widerstand, wurde uns ein Stück Freiheit gegeben. Ein Drama löste sich auf, eine Gedanke verlor an Wirkmacht in unserem Leben, meist geschah dies jedoch erst dann, wenn wir selbst keinen Ausweg mehr sahen, sozusagen aus der Not heraus. Der Kurs regt nun an, dies bewusst zu tun, bevor die Not uns über alle Bahnsteige der Welt geschleppt hat. Es gibt viele Gedanken im Meer der weltlichen Gedanken, die uns keinesfalls wohl tun und wahrhaft – gar nichts mit unserem Leben gemein haben.

Was hindert uns daran, diese nach und nach dem Heiligen Geist zu übergeben und stetig mehr Gewissheit zu erlangen, dass für IHN so gar nichts unmöglich ist?

Das Ego wird sich dagegen wehren. Eine Welt ohne Probleme, Missverständnisse, Ärgernis und Aufregung, würde für das Ego Langeweile bedeuten, weil es nämlich einfach nicht wissen kann, dass Liebe kein Bedürfnis unerfüllt lässt. Dies scheint nur so zu sein, solange wir selbst versuchen, alles in den Griff zu bekommen und somit beständig und unbedacht, der göttlichen Liebe die sanftesten Zügel aus der Hand nehmen, manchmal gar aus diesen – eine Peitsche für uns machen.

 

Kurzfassung

Im Textbuch des Kurses[1] wird einsehbar gemacht, dass das Gesetz der Schöpfung von Gott derart angelegt wurde, dass jede Idee, die sich der Geist in uns vorstellt, zur Fülle des Geistes und des Ganzen beiträgt und nichts wegnimmt. Das gilt für alle Ideen, weil der Schöpfer weder gut noch böse kennt. ER sieht nur Liebe – auch, wenn das für dich und mich eventuell schwer nachvollziehbar ist. Somit leistet jeder Mensch seinen ganz einzigartigen Beitrag zur Fülle, mittels geistiger Schöpfung. Da wir die Welt anders sehen, als die Liebe auf die Schöpfung schaut, kam es bedauerlicherweise zu Fehlschöpfungen, die man berichtigen lassen kann. Wenn man denn will und bereit ist, wenigstens einen kleinen Versuch zu wagen.

Also den Versuch, sich von Gedanken zu lösen, erlösen zu lassen, die den Frieden in uns stören, genau erkannt diesen in den Hintergrund drängen, während das Ego, also das Unwirkliche in uns, auf der Welten Bühnen tanzt.

 

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[1] Kapitel 26, Abschnitt VII., Punkt 13.