Das Gesetz

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Die Inspiration zum Nachstehenden kam aus Lektion 76 des Ein Kurs in Wundern und lautet sinngemäß umschrieben:

Ich unterstehe allein den Gesetzen Gottes und keinem anderen.

Ich, der Mensch, unterstehe den Gesetzen Gottes und keinem anderen. Kein Gesetz hat für mich Geltungskraft, das nicht wurde von Gott in Ewigkeit gesetzt. Starke Worte! Doch dies ist keinesfalls ein Aufruf zur Rebellion oder zum Brechen von bestehenden Gesetzen. Vielmehr gilt dies als Anregung – sich jene Gesetze genau anzusehen, denen wir selbst die Macht zugestehen, uns ihre Regeln zu diktieren.

Man beginne mit etwas Klitzekleinem und überprüfe dann vorbehaltlos, ob dieses tatsächlich so unerschütterlich ist, wie man es wahrnehmen will. Manchmal ist es uns zum Beispiel ein Gesetz, eingeschnappt zu sein, doch manchmal ist auch für uns Gesetz, dem Anderen zuzuhören, ohne Fragen zu stellen. Gesetze wirken sich in jedem Mikromillimeter unseres Lebens aus, da laut schulischer Bildung – der gesamte menschliche Körper – den irdischen Gesetzen unterstellt ist. Welche in diesem Fall die Gesetze der Natur und der Mediziner wären.

Was ist ein Gesetz und wie findet es in unser Leben?

Vom Grundverständnis des Kindes betrachtet ist ein Gesetz etwas, das sich nicht verändert, ein Merkmal auf welches das Kind, die Familie, die Welt und somit alle Menschen vertrauen können. Nämlich darauf, dass das Gesetz wirksam ist und dem Wohle aller Menschen dient. Denn aus der Sicht des Kindes, werden Gesetze lediglich deshalb gemacht, um dem Menschen Grundsätzliches zu garantieren, manches zu verbieten, selbstverständlich aus triftigem Grund und zu schützen, was des Schutzes würdig, beziehungsweise wert erscheint. Strafen tun Gesetze lediglich, wenn ein Mensch gegen diese verstieß, beziehungsweise böse war. Doch kein Gesetz der Welt schützt den Menschen in seiner Gesamtheit und somit sind alle Teile in ihm angreifbar.

Das Kind neigt zur Wahrheitsliebe und zum Verstehen wollen, deshalb hinterfragt es manchmal arg- und absichtslos, das eine und auch andere Gesetz, das die Welt zusammenhält. Gern nimmt es die Gesetze vorbehaltlos als die für sein Leben gültigen an. Sie sind zum Schutz der Menschen gemacht. So sagt man jedenfalls, dass es so sei – zum Kind. Das Gesagte glaubt das Kind sofort, es stellt nie in Frage, was zu seinem Schutz gemacht ist.

Noch vor den weltlichen Gesetzen, kommt das Kind mit den Gesetzen der Familie in Berührung. Es lernt und prägt sich ein, welche Gesetze im Umgang der Menschen – miteinander, füreinander und gegeneinander gelten. Zu diesem Lernen kann das Kind nicht gezwungen werden. Es ist ein vollkommen natürlicher Vorgang, durch den das Kind die Grenzen in seiner Welt zu entdecken, zu erweitern und zu akzeptieren lernt.

All dieses Lernen bürgt nicht für das Erwachsen des Kindes, dies tut ein Gesetz Gottes, welches unerschütterlich wirkt: Was der Mensch, was die Natur in ihm nährt, das wächst, gedeiht und blüht irgendwann. Welche Farbe die Blüte trägt, ist dabei unwesentlich. Denn alle Gefühle und Wünsche sind hungrige Gesellen. Einzig die Liebe stillt den Geist im Menschen, macht diesen weit, stark, satt, glücklich und friedvoll, ohne jegliche Anstrengung. Es passiert einfach so. Man kann die bedingungslose Liebe nicht fangen. Sie hat den Menschen schon von Anbeginn begleitet, geleitet, getragen und erfreut. Im zarten Kindesalter, gaben wir uns der Liebe – ganze Tage und Nächte hin. Legten in ihre großzügigen Hände unser Dasein in der Welt. Und da waren Vater und Mutter, ein Mensch, die Oma, ein Bruder oder auch eine Schwester, die für uns dachten und machten, damit wir gedeihen konnten, in ihrer und unserer Welt. Eine Welt, in der Gottes ewiges Gesetz wirksam war, das Gesetz der bedingungslosen Liebe, die gibt und gibt, doch fordern tut sie nie.

Die nächste Schwemme der weltlichen Gesetze, überrollt das Kind in der offiziellen Schulzeit. Manche von diesen Gesetzen haben Tarnnamen, man nennt sie dann Naturgesetz, und billigt diesen mehr Kraft und Macht zu, als den von Menschen gemachten Gesetzen. Gegen die Gewalt der Natur – kann nur Gott antreten. Doch den lieben Gott gibt aus der Sicht vieler bis aller Gesetzesmacher gar nicht, denn dann bräuchte es doch der vielen Gesetze nicht, die alles und jeden Umstand regeln, beanstanden, zurücksetzen, korrigieren, heilen, aufheben oder bestrafen sollen. Etwas ungeschehen machen, kann ein weltlich erdachtes Gesetz nicht. Es kann nur abwägen, was ein angemessener Ausgleich ist – deshalb die Waage in Justizias Hand.

Man erinnere sich, weder die Waage noch das Schwert wurden von Gott erfunden, genauso wenig – wie die Würfel. Im Himmel gibt es kein Abwägen, ob ein Gedanke rechtens ist oder Schaden anrichtet. Nirgendwo ist dort ein Gedanke zu entdecken, alles ist Liebe und alles ist Eins.

Das Kind welches nach Gottes Plan weiter wächst, entdeckt mit beginnender Reife des Körpers, dass manche eherne Gesetze der Familie, ihre Gültigkeit verlieren. Nicht ewig bleibt der Vater der Starke und die Mutter wird scheinbar vom Segen zur Zumutung. So scheint es in der Welt ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, das sich die Jungen für klüger als die Alten wahrnehmen. Selbstverständlich gibt es viele Ausnahmen auf Erden, doch im Himmel sind alle gleich jung und gleich alt, weil eben Eins. Jedes Jetzt kann Einlaß in den Himmel sein.

Ein erwachsendes Kind, keinesfalls der Erwachsene, denn den gibt es nicht, soweit mir bekannt ist, macht mit Absicht Vieles anders als es die Eltern vormachten. In gewisser Weise schafft das erwachsende Kind sich eigene Gesetze. Diesen verleiht es mittels des Glaubens an deren Rechtmäßigkeit – eine eigene Gültigkeit, die im alltäglichen Leben des Gesetzgebers, zweifellos manchmal sofort, manchmal auch erst irgendwann – in Erscheinung treten wird. Man denke dabei zum Beispiel an das Gesetz der eigenen Vergesslichkeit, dem man mit jedem Zweifel an dem – von Gott gegebenen, vollkommenem Gehör – mehr Geltung in der eigenen Wahrnehmung bestätigt. Allerdings sind diese Erscheinungen stets von vorübergehender Wirksamkeit, da nun mal keines, der vom Menschen gemachten Gesetze im Himmel ernst genommen wird.

Im Allgemeinen hat der Mensch nach nur wenigen Jahrzehnten auf Erden, sein Leben derart mit Gesetzen zugepflastert, dass er einer einzigen Wunde gleicht. Das weiter erwachsende Kind, bekommt nun ein Licht gereicht und in diesem fragt es sich, warum der Mensch so angreifbar ist, sodass er diese vielen Gesetze offiziell und auch im Geheimen benötigt, um der Mensch sein zu können, für den er sich hält.
Dabei ist es doch offensichtlich und dem Menschen fühlend einsehbar, dass diese Dinge, an denen man sich die Wunden schlägt, aus denen man Sorgen macht, sich gar daran die Zähne ausbeißt – nicht von Gott kommen können. Der Vater im Himmel ist mit der Gemeinheit im Erdenvolk, niemals in Berührung gekommen. Es ist einfach nicht des göttlichen Wesens Art, mittels Widerstand Probleme zu erschaffen und dann auch noch lösen zu wollen. Das Gesetz im Himmel, das Gesetz Gottes ist Liebe. Nicht nach Bild, keine Form, nicht das Eine oder das Andere, nein, dies ist ja weltlich geformte Liebe, bedingte Liebe, die keinem sich erweiternden Zweck dienlich sein kann. Die weltliche Liebe ist schon allein deshalb begrenzt, da ihre Grenzen nicht in den Himmel reichen können. Der Himmel ist um die Welt gegeben und ein kleiner Teil von diesem – in jedem Menschen eingewoben.

Und sogar die vielgepriesene Mutterliebe, kann eventuell keinen Einlaß in den Himmel finden. Denn auch diese ist beileibe kein Gesetz. Was Mutter, Sohn und Tochter darin sehen, was sie allein daraus machen, ist deren Schöpfung. Des Einen Gottes Liebe ist für alle seine Kinder – gleichsam bereit. Mehr lieben als der Eine – kann kein Mensch. Auch das ist Gesetz. Allerdings des Göttlichen Liebe in uns bereichern, erweitern, mit Freude erfüllen, das können wir sehr wohl. Liebe ist kein Tun. Sie ist in das Hier und Jetzt eingebunden, welches immer der rechte Ort und passende Zeitpunkt für alles Leben ist und bleibt. Solange der Mensch in Liebe gestimmt ist bleibt alles natürlich.

Und nun frag ich dich, welches Gesetz hält dich zurück, dein Leben und alles darin zu lieben, wie es jetzt ist? Egal was dir nun in den Sinn kommt, vorgegeben von Gott ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.

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Hinweis zu eventuellen Nebenwirkungen und zum Unvorhersehbaren

Das Gesetz – ein Gedanke, der einsehbar ist, sich elegant mit wunderbarem Inhalt erfüllen lässt und lachbar geformt werden kann. Der Monat hat eine neue Lektion mit Tiefgang gebracht. Was das Beschauen des Wurzelwerks – auch Gesetz genannt – noch so ins Licht stellt, wird in einer weiteren Folge zum Gesetz – fortgesetzt. Hier wurde schon mal die Vorfreude eingesät.

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