Fragment 1

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Laut Kursansage und mit sich erweiternder Gewissheit – im befriedeten Erfahren des Lebens – wachsend wahrnehmbar, sind wir, also du und ich – die Kinder Gottes. Einer liebevollen Macht und Kraft, die alles gab und gibt – was wirklich ist.

Als seine Kinder – schuf uns Gott vollkommen. Alles, was man als Abweichung von der Vollkommenheit – an und in sich selbst für wahr annimmt, ist letztendlich bedeutungslos. Denn Gott schuf uns vollkommen, bis in alle Ewigkeit. Dies zwar nicht einem Bilde gleich, doch dafür seiner Art, die Alles still aus dem scheinbaren Nichts erschaffen kann, da dieses Nichts – pure Liebe ist.

Und nun frag ich dich und mich, wenn wir die Kinder Gottes sind, und wir sind es bis zum letzten Atemzug auf Erden und in aller Weite darüber hinaus, wenn wir also die Kinder des Einen sind, das als unfehlbar gilt,  was sind wir dann alles nicht, von dem wir stets unerschütterlich glaubten, es zu sein?

Was taucht am Tage als Gedankenform in uns auf, um sich uns unterzujubeln, hinterrücks in den Vordergrund zu schleichen und so zu tun, als wäre es du oder ich?

Woher kommt all das, was ich gar nicht bin, und warum lass ich es diesen maskierten Anschleichern in meinem Innersten – tatsächlich wieder und wieder gelingen, sich öffentlich für mich auszugeben, gegen mich zu sprechen oder durch mich Urteile, an deinen Kragen zu heften? Das kann doch nur ein sinnloses Schauspiel sein. Denn als ein Kind Gottes, brauch ich gar kein Theater spielen, keine Anerkennung, kein Ziel, keine Erwartungen hegen, keine Hoffnungen anregen und auch keine Träume träumen, die blind Widerstand leisten – gegen das – was ist und ich in dem. Es bleibt all das – was Gott mir gab.
Nur das Eine hat den Überblick im vollkommenen Plan, und da dieser aus reiner Liebe besteht, kann ich wahrlich furchtlos all mein Leben liebend leben, ohne mich jemals sorgen zu müssen, dass das Eine in seiner bedingungslosen Gabe der Liebe – es mir würde an etwas ernsthaft mangeln lassen. Das sind nur meine schattigen Hirngespinste – bezüglich dessen – was ich einst als Liebe deutete.

Der Tag wird mir somit zum Fest, denn nun bin ich lichtvoll wach, und will mein wahres Selbst einfühlsam erkennen, und zwar hinter all dem, was ich nicht bin, einfach nur unbedarft glaubte – dass ich es sein könnte oder müsste. Aller Irrtum ist menschlich, und in diesem Fall wirkt dessen Auflösung, überraschend angenehm und freudvoll befreiend zugleich. Ein Blick, ein Lächeln genügt, um zu enttarnen und zu vergeben, sich selbst und diesem einen Unding – welches sich in uns unwissend mit dem Kinde Gottes verwechselte. Im Licht besehen, schmilzt alles dahin, was ohne Sinn – dem göttlichen Kinde Furcht einflößte und es mit Angst gefügig machte.

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