Nachtisch

von Luxus Lazarz

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Alles wirklich Wesentliche für das Leben eines Menschen – ist bereits – bevor der Mensch das Denken lernt. Solange dem Menschen dieses nicht sonnenhell bewusst wird, verwechselt er die Ursache mit der Wirkung und die Wirkung mit der Ursache. Die Illusion mit Wirklichkeit und die Wirklichkeit mit einer Illusion.

Nur so ist erklärbar, warum man manchmal Öl, beziehungsweise Gedanken in das Feuer schüttet, welches besser gelöscht werden sollte, bevor man sich selbst daran  verbrennt. Doch irgendwann wird auch den Phönix machen langweilig. Dann hat man mehr als viel Zeit, sich genauer umzusehen, wo man wirklich ist und im Innersten die Verbindung zu fühlen, welche durch alle Illusionen hindurch – ungekürzt weiter besteht.

Ursache und Wirkung

Stell dir vor, du hast es eilig und bist in Gedanken schon am Ziel, weswegen du vorübergehend den Weg aus den Augen verlierst. So siehst du den Stein nicht, der dich ins Stolpern oder gar zu Fall bringt, und kommst nun später an den Ort, dem deine ganze Aufmerksamkeit in der Eile galt. In deiner Unbewusstheit ist der Stein für dich die Ursache der Verspätung und auch jene der Schürfwunden, welche beim Aufprall entstanden. Du bist gestürzt und der Stein  hat Schuld, denn er gehörte nicht auf den Weg. Und so schiebst du dem Stein alles zu, was du in dir selbst nicht einsehen willst.

Denn wahrhaft, warst du nicht bei der Sache, hast deinen Körper blind in der Realität zurückgelassen, weil du es nicht abwarten konntest, dort anzukommen, wo es dich hin trieb. Somit kann die Ursache des Geschehens und auch die aller Folgen – lediglich in dir erkannt und eingesehen werden.

Wirklichkeit und Illusion

Auch das Wort Selbstbeherrschung ist – im Ganzen betrachtet, das Gegenteil von jenem, was man glaubt zu tun, wenn man sich scheinbar selbst beherrscht. Das Selbst bist du, das reine Wesen in deinem Körper.

Wenn du vom Ego beherrscht wirst, tust du manchmal Dinge, die du hinterher bereust. Doch du kannst es rückwirkend nicht mehr ändern, denn das Ego beherrschte dich, dein Selbst und wird dich weiter auf jeden Abgrund zu treiben, wenn du der Fremdherrschaft in dir kein Ende setzt.  Eine Herrschaft, die dir keinesfalls wohlgesonnen ist und sich leicht entlarven lässt, wenn du keine Liebe darin fühlst.

Du brauchst nämlich dein Selbst nicht beherrschen. Es ist aus Liebe und Licht, die tun niemand weh. Bist du also das nächste Mal auf einem schrägen Trip, dann sieh genau hin – was dich gerade beherrscht. Dann kannst du erkennen, dass die total Unbeherrschten in Wirklichkeit die absolut Beherrschten sind.

Wenn du und ich aus und in Liebe sind, was gibt es da überhaupt zu beherrschen? Also – was sich in gewissen Momenten beherrschen muss, ist nicht – was wir sind. Was wir wirklich sind, wird beherrscht, wenn man sich eben gerade nicht beherrscht. Unser Selbst – im Ursprung aus Liebe erschaffen, wird vorübergehend zu einer Geisel des Ego – welches wiederum nur ein winziger Teil in uns ist, ein Gedanke der trennt und so richtig Druck machen kann, wenn sein Überleben in uns infrage gestellt wird.

Hier und jetzt endet die Herrschaft des dunklen Gedankens. Da wir dieser nicht mehr sind und niemals waren, lediglich einen üblen Traum erfahren haben, weil es rebellisch unser und keinesfalls der Wille Gottes war – dass das Gotteskind in seinem Leben – alles neu erschaffen und willkürlich maßregeln muss. Keinen Moment länger, lässt sich die Liebe jetzt  noch verleugnen, welche dir und mir – auch in diesem Augenblick das ganze Leben gibt.

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