Vollkommene Gedanken

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Vollkommenheit, was sagt das aus, wenn in unserem Empfinden etwas vollkommen ist?

Gibt es schon eigene Betrachtungen dazu, oder ist der Gedanke des Vollkommenen lediglich nur so ein Wort – wie zum Beispiel Luxus, dem das fehlerhaft wahrnehmende Ego in uns, eifrig stets all jene Dinge zuordnet, die man sich grad nicht leisten kann oder will? Doch sag an – ist dies der wahre Zweck des Wortes, dich und mich an all jenes zu erinnern, was uns im Leben anscheinend fehlt, beziehungsweise – worauf man verzichten kann, weil es nicht wichtig ist?

Manch ein Mensch glaubt vorübergehend sogar, auf Liebe verzichten zu können, da ihm Besitz als ausreichend dünkt. So will er ohne Grund bauen, und jeder weiß, dass das nicht hält und tragen kann, was sich verspricht. Mal davon abgesehen, dass die Liebe das Fundament des Lebens aller Menschen ist, wäre ein Leben – in dem es keine Liebe gäbe – rein technisch, also nur aus sich wiederholenden und irgendwann routinierten Erfahrungen zusammengesetzt. Wie ein Bausatz, den man im Katalog bestellt. Da kann man doch nur noch dankbar sein, dass es nicht so ist, wie ein Teil in uns glaubt, dass es derart sei.

Wahrhaftig steht uns sogar soviel Liebe kostenlos zur Verfügung, wie wir glauben zu brauchen oder zu wollen, beziehungsweise empfangen können, um zu geben, natürlich ohne Schwierigkeit. Und wenn wir diese Liebe sich in uns ausdehnen lassen, dann sind wir offensichtlich die reinen Kinder Gottes und können durch SEINE unerschöpfliche Liebe Wunder dort bewirken, wo wir sind, und auch darüber hinaus – so weit reichend, wie sich die Liebe in uns – vorbehaltlos – ausdehnen lässt.

Es hört sich nur so unfassbar leicht an, weil es das ist. Jedoch der Glauben und das Vertrauen – in alles, was ist – wächst in dir und mir, je mehr wir die Liebe in uns ausdehnen und deren sanft wirkende Macht einsehen, um uns dieser bleibend gewahr zu sein.

Die Liebe ausdehnen ist ein gedankenloser Vorgang. Man sieht praktisch alles – was zu sehen ist, dort wo man gerade verweilt oder steht. Man sieht das Umfeld einfach, als ob man es zum 1. Mal sieht. Still beschaut man die Menschen, Wesen und Dinge, ohne im Kopf über deren Verbesserung nachzusinnen, Urteile zu befestigen, Löcher reinzubohren, oder ähnlichen Unfug. Denn man sieht das Erste Mal wirklich nicht mehr, als in diesem Moment zu sehen ist. Und wenn man so tut, dann ist diese Tat Liebe. Liebe, die sich um all das ausdehnt, was dem Menschen zuvor – eventuell so gar nicht der Liebe wert erschien.

Da man alles jetzt das Erste Mal erblickt und nicht weiß, was kommt und wozu es wirklich in diesem Moment unserem Leben dienlich ist, können nun Wunder passieren, die tiefe Einsichten geben, Mitgefühl und helle Wege in die wirkliche Welt freilegen. Und ein Gedanke, dem derartiges Erfahren – durch die reine Gabe der Liebe aus sich selbst – möglich ist, der kann einfach nur vollkommen sein. Genau wie die Liebe selbst es ist, in der all die vollkommenen Gedanken – also auch du und ich – vor Ewigkeiten freudvoll erschaffen worden sind.

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