Kind im Wind

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Sieh doch, dort ein Wind,
wie er in den Wipfeln der Bäume,
die Blätter tanzen lässt.

Offensichtlich ist der Wind,
dennoch der Mensch sieht
und greift ihn nicht.

Auch der Wind ist ein Geschöpf. Und der Mensch kann den Wind  hören, riechen, schmecken, auf der Haut und im Haar fühlen, aber wahrlich sehen – in Form und Gewand, in Farbe und haltbar – wird der Wind ihm nicht. Der Wind hat kein Gesicht, hat keinen Körper, hat weder Hand noch Fuß. Erscheint uns lediglich in der Bewegung des Bewegten und auch in einem Empfinden auf der Haut, wenn er uns direkt umarmt. So rein dabei bleibt und unfassbar erscheint.

Für das menschliche Auge zeigt sich der Wind als Paradox, dessen Wesen sicht- und unsichtbar zugleich und darüber hinaus, allumfassend sinnlich wahrnehmbar ist. Und in all dieser offensichtlichen Nichtigkeit, entfesselt des Windes unsichtbarer Leib eine Kraft, die ihres gleichen vergeblich sucht. Nur die Liebe hat den Wind sanft im Griff, stillt all dessen Übermut und wandelt ihn auf ihren Flügeln in ein sanftes Lüftchen. Und ist auch dieses verweht, bleibt die Zeit stehen. Sinkt oder fällt in diesen Momenten, vor unseren Augen ein Blatt oder ein Apfel vom Baum, scheint es wie im Traum zu sein. Dabei ist es die wahre Wirklichkeit, die unter all unseren Gedanken darauf wartet, ergriffen zu werden.

Lass dich vom Heiligen Geist aufrichten, leere den Kopf von allen Gedanken, atme sie mit dem Wind hinaus. Nimm dein reines Licht und  fühle es, damit das Göttliche sieht, du bist bereit zu empfangen, was immer da auch kommen mag. Und gleichgültig – was es auch ist, Eines bleibt gewiss, es kann nur aus Liebe sein.

Nimm dir einen Augenblick, um fühlend einzusehen, wie deine wahrhaft mächtigen Gefährten – die Liebe und der Heilige Geist – dich bis hierher getragen haben, dein Licht bewahrten und sogar deinen Schlaf bewachten. Und nie wird es anders sein. Weil genau das, dein und auch Gottes Wille war und ist. Das Himmlische Kind und der Sohn des Göttlichen – sind Eins in dir und mir. Die Welt ist eine Mutter, zu ihr gehört auch der Himmel. Manchmal irrt sie sich, doch das stört den Vater nicht, denn sein Sohn hat die Macht der Liebe geerbt und kann alles wieder heilen, selbst das – was unheilbar erscheint.

Man beginne, die sogenannten kleinen Dinge, mit Freude und Vertrauen dem Heiligen Geist zu übergeben. Und außerhalb der Zeit wird es ab jetzt viele Momente geben, welche dir jene Erkenntnis einbringen, dass jedes Wunder dem gehören wird, der im Stillen entdeckt, dass Vertrauen keine Zweifel weckt.

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