Abgang

von Luxus Lazarz

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Im Juli sah und fühlte ich,
wie vier Männer das Alte zu Grabe trugen,
während es still in mir fragte,
ob dies wohl in der ganzen Welt geschah,
jetzt – in diesem Moment?

Zu nah, zu unübersehbar,
waren sie, all die Wendungen,
die das Altgewohnte nahm.
Aus schwarz wurde weiß,
und dennoch war es soweit,
die schlimmste aller Prophezeiungen
gab sich den drängenden Anschein von Echtheit.

Doch warum,
fragte ich weiter in mich,
wurde stets prophezeit,
was kein Beseelter erleben will?
Und wieso sollten die Worte der Toten,
auch Macht über das der Lebenden haben?

Macht über mich, den Lebendigen,
der fern vom Prophezeienden,
wahrhaftig fühlen und wahrnehmen kann,
was im Gegenwärtigen offensichtlich ist –
an Erfreulichem, Wunderbarem
und allemal des Mitteilens wert.
Hier und Jetzt.

Wenn ein Mensch sich gedrängt fühlt,
in die Zukunft derer zu sehen,
welche weit nach ihm werden leben,
und er sieht nur schwarz,
ist dieser Mensch dann beherzt
und bei Sinnen? Wohl kaum.
Denn er sieht gar nicht in das Leben
aller möglichen Nachkommen,
sondern nur in seine üble Fantasie.

Dementsprechend wird der Übelseher
wiederkommen müssen,
um sich selbst zu überzeugen,
dass er irrte und nur einsam war,
sein Blick also keinesfalls kristallklar,
während er ungebeten für alle Menschen
eine trübe Zukunft vorsah.

Dank den Toten, Dank für die Erinnerung
an das einzig Wahrhafte,
denn eindeutig atmet im Hier und Jetzt alles Leben,
das dem Menschen ist gegeben und
dies vollkommen unabhängig davon,
was die Toten einst aus sich dachten,
schrieben oder angeblich voraussagten.
Genau so ist es, da tatsächlich gerecht.
Beschlossen und verkündet!

So erblühe nun in reiner Art auf Erden,
du vollkommen beherztes Wesen,
entfalte all die dir gegebene Fähigkeit,
ein Mensch zu sein und einfühlsam
ein Wesen gar, das Himmel und Erde
in sich fühlt, gibt und vereint,
Donner und Blitz Einhalt gebietet,
das füllige Wasser sanftmütig stimmen
und mittels Freude sogar die Sonne
in den Himmel weben kann.

*****

Bist du bereit?
Ein einfaches Ja genügt,
doch auch ein Lachen gilt.

 

Bildquelle: Natur

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