Die Geschichte der Menschen

.

Es gibt keine mir bekannte Geschichtsschreibung, die für alle Menschen dieselbe Gültigkeit besitzt. Auch jede Ideologie hat ihre Gründer, ihre Vorbilder, ihre Nachahmer, Verbesserer und letztendlich auch die eigenen Zerstörer. Der Mensch braucht im Allgemeinen in seiner Kindheit weder ein Wissen, bezüglich vergangener Jahrhunderte, noch deren Ideologien, um sich dort – wo er lebt, Zuhause zu fühlen. Also, willkommen, geachtet und geliebt. Erst die Ideologie, die Idee davon – es müsste anders sein als es ist, reißt das Ich aus dem Paradies, während die Seele schweigt und bleibt, wo das Ganze daheim ist. Kann man es ihr verdenken, dass sie, die Seele, gescheiter ist – als der alberne Rest im Menschen? Also jene Elemente im menschlichen Wesen, die in ihm kämpfen, gegen alles und jeden, sogar gegen sich selbst.

Was ist die Geschichtsschreibung des Menschen, etwa die Geschichte von Menschen – wie du und ich es sind? Und wo beginnt diese Geschichte, welche überraschenden Wendungen werden in ihr beschrieben, ja und letztendlich – wozu ist sie gut, diese Geschichte, auf der wir aufbauen, was dem Gestern folgen soll?

Wie wichtig ist es in diesem Moment für dich und mich, was vor 40 Jahren in unserem Leben geschah, oder gar von 1000 Jahren in der Welt? Was vor 40 Jahren war, ist heut nicht mehr. Im wahrsten Sinne des Wortes – haben wir es überlebt, überschrieben mit neuen Gedanken, Schritten und Taten, die uns bis hier und in das Jetzt gebracht haben.
Wäre es nicht viel sinnvoller und wahrlich auch schöner, ganz einfach zu leben, grad wie der Tag es anbietet, ohne das drängende Empfinden darin, Geschichte schreiben zu müssen? Für Wen und Was strengen wir uns so an?

In der Bibel wird an einer Stelle in der Bergpredigt verlautbart, dass die Letzten die Ersten sein werden, die da eingehen in das Himmelreich. Wer wohl mit den Letzten gemeint ist? Eventuell ja all jene, die keine Geschichten mehr machen, sondern allumfassend präsent und liebend lebendig sind – im gegenwärtigen Moment.

.