Fensterplatz

von Luxus Lazarz

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Ich sitze im Bus und
schau aus dem Fenster.
Die Welt gleitet vorüber,
nichts darin fängt meinen Blick.

Dann und wann hält der Bus,
ein Mensch steigt aus, ein anderer ein,
schon geht die Reise weiter und
das Gleiten setzt sich fort.

Mit jedem Halt und Weitergleiten,
stillt sich das Ich in mir sanft,
meist schweigt es nun und fühlt in sich,
der Busfahrer kennt wahrlich jeden Weg,
auch den Weg hinaus – aus der dunklen Welt.

Die Jahre vergehen, täglich wird es heller,
die Landschaften wechseln und
kaum Einer steigt noch aus oder ein,
doch beständig hab ich diesen Fensterplatz,
werde gefahren bei Tag und im Schlaf.

An einem schönen Sommertag
erwache ich ganz ahnungslos.
Nichts bewegt sich mehr,
denn der Busfahrer ist auf und davon.
Nur ein Papier liegt noch dort, wo er einst saß.
Dass der Bus gar kein Steuer hat,
bemerke ich das erste Mal.

Auf dem Papier stehen Worte geschrieben,
Ziele, die ein Mensch so haben kann,
um den Bus zu bewegen,
und zwar genau dorthin,
wo der Mensch fühlen wird,
was ihn bewegt hat.

Also denke ich als Erstes mal – Liebe,
doch der Bus rollt nicht an,
vielmehr weitet er sich aus –
soweit mein Blick reicht
und darüber hinaus.

So bin ich wohl angekommen,
und nun erblick ich auch dich.
Stehst da, schön wie der Morgen,
ganz versunken beim Sommerflieder,
Schmetterlinge umtanzen dich und
es ist so hell – wie nie zuvor.

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