Verantwortung

von C. Luxus Lazarz

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Wie der vorgenannte Begriff veranschaulicht, bedarf es zur Annahme von Verantwortung zumindest eines Wortes. Was in diesem Sinne logischerweise einzig und allein das Wort Ja sein kann, mit welchem der zur Verantwortung Bereite, der Annahme zugestimmt hat. Nur das tief aus dem Innersten des Menschen aufsteigende Ja – besitzt tatsächliche Gültigkeit, während alles eventuell folgende Geschreibsel, um die Verantwortung in hiebfeste Ketten zu schmieden, einfach nur Hokuspokus und wahrlich nicht einhaltbar ist, desöfteren sich sogar selbst widerspricht. Denn das Leben beweist, wenn ein Mensch aus sich selbst Ja gesagt hat, dann steht er auch zu dieser Antwort und handelt sofort dementsprechend. Zumindest in jenem Moment, in dem er es ausspricht. Wie er die Sache darüber hinaus wahrnimmt, dass kann keiner wissen, nicht einmal er selbst. Jener, der im Gestern Ja sagte, ist heute vielleicht nicht mehr im Menschen auffindbar. Alles verändert sich, sogar ohne des Menschen Zutun. So gesehen ist die Annahme von Verantwortung aus herkömmlicher Sicht – ein andauerndes Blinddate des Menschen mit sich selbst – auf noch unbekannten Terrain.

Dementsprechend scheint es mir fühlbar leicht annehmbar, die mir einzig überschaubare Verantwortung freiwillig anzuerkennen. Eine Verantwortung, die sich selbst erfüllt, und zwar in jedem Moment, in dem ich wach bin. Nur dann kann ich alles tun oder auch sein lassen, was dazu beitragt, dass genau dieser Moment ein vollkommener wird, beziehungsweise bleibt. Denn wahrlich kann ich doch nur dort verantwortlich sein, wo ich auch anwesend und handlungsfähig bin. Das ist mir eine schöne Verantwortung, da sie frei von Zwang lediglich anregt, keinerlei Misston in das Umfeld zu geben oder mittels Bedenken, gar laut und stark zu pflegen.

Nur die unbedingte und absolut natürliche Verantwortung für den wahrhaften Moment, ermöglicht es einem Menschen einzusehen, dass jeder Moment in seinem Ausdruck vollkommen ist, ja gar nicht anders sein kann, als er ist, einer kugelrunden Sache gleich, die nur der Mensch sich in aller Freiheit und willentlich – kantig denken, als nutzlos deuten und eckig vermuten mag. Jeder Moment ist im Ursprung ein lebendiges Abenteuer und bleibt in seiner Vollkommenheit unberührt, auch wenn mein Blick sich achtlos – lediglich in wenigen Details verliert, um über meinerseits unbewusst erzeugte Schöpfung lästern zu können.

Schreie ich den Moment an, schenke meinen Vermutungen mehr Glauben als der Wirklichkeit, oder ist meine Antwort ein Unverständnis, gar ein Vorwurf des Vergangenen, der offensichtlich bereits den nächsten Moment belasten wird, vergiftet, unwillkommen macht, dann handele ich blind und ohne Mitgefühl – mit allem – was ist, ganz hautnah auch mit mir selbst. Dabei braucht es einfach nur gefühlten Atem, Klarheit und Offenheit für das wahrlich Eigene im Moment, um die unerschütterlich währende Einfachheit – mit allen Sinnen wieder anzuziehen und darin bedenkenlos mitzuströmen.
Da all diese Fähigkeiten einem Menschen innerlich und von Geburt an kostenfrei zur Verfügung stehen, kann er somit auch jederzeit und überall – seine einzige Verantwortung passend ausfüllen. Derart gehandelt wird wahrnehmbar, dass das Leben eine schier endlose Kette aus Momenten ist, in denen Tage, Monate, Jahre als Behälter dienen und die Zeit allgemein nur eine Randerscheinung darstellt. Denn all dieses vergeht, doch das Lebendige bleibt – in uns, mit uns in jedem Moment, den das Leben mir schenkt, weil ich Ja gesagt hab.

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