Zwischenspiel

von C. Luxus Lazarz

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Wenn ein Mensch stets und ständig, mit der Welt und all den Moden darin Schritt halten will, dann ist er in gewisser Weise permanent auf der Überholspur unterwegs. Der Motor läuft heiß, brennt aus – heißt es genau und ohne Motor kann der Mensch nicht mehr so funktionieren, wie jahrzehntelang gewohnt. Dann fällt er aus, der einstige Gewohnheitsmensch, und tut sich unglaublich schwer damit, jemals wieder den Ein-Schalter zu betätigen. Allerdings empfinde ich dieses Erfahren als durchaus normal, denn was mir einmal auf Dauer nicht gut tat, tut es auch nicht beim zweiten Durchlauf.

Statt also erneut – auf das rostige Gleis zu springen, kann sich der – vom eigenen Körper gestoppte Mensch – absofort und künftig ganz darauf besinnen, dass alles in Seele, Raum sowie Zeit harmonisch miteinander schwingen sollte, will man ein klares Bild erschauen und Werk erzeugen. So wird dem Ausgebrannten nun all die nötige Zeit gegeben, um jenen verbrauchten Zeitraum, den man zuvor im Eilschritt und auch Galopp durchquerte, mit Weile auszugleichen und dabei den eigenen Geist der Welt auszuspannen. All die vorhergehende Erfahrung kann im Jetzt mit dieser stillen und besinnlichen Lebensphase verbunden werden, sodass man erstaunliche Einsicht erlangt – in alles Ungeklärte und auch überraschend Schönes entdeckt, das im eiligen Alltag beharrlich unbemerkt blieb.

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Urheberrecht Foto: Licht, Liebe und Freude