Umkehr

von Luxus Lazarz

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Was lässt sich umkehren?

 

Ein Mensch kann umkehren, wenn er dort nicht mehr hin will, wohin er einst los ging. Ein Fahrzeug kann man drehen, doch zuvor trifft der Mensch in sich die Entscheidung zur Umkehr. Die Umkehr wird im Geist vollzogen, das Umdrehen wiederum ist ein äußerlich wahrnehmbarer Akt. Wenn ich mich vom Bauch auf den Rücken rolle, bin ich deshalb nicht umgekehrt. Nur meine Perspektive veränderte sich, nun blick ich auf das, was ich zuvor unbeachtet hinter mir ließ.

Beinahe alles lässt sich umkehren, umdrehen und wenden, wie zum Beispiel in den schadenfrohen Gedanken dargestellt: Wie du mir, so ich dir! Doch wann macht es Sinn, das Umkehren in unserem Leben? Natürlich immer genau dann, wenn der Mensch in sich fühlend einsieht, dass er zu weit gegangen ist. Und ebenfalls dann, wenn er auf einem Weg das Licht aus den Augen verliert.

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Den Menschen treibt es jung heraus aus seinem Eigen-Leben, damit er einer von jenen werde, die modisch wissend, über alle Maßen wollend, gefragt und umjubelt sind. Also allgemein anerkannt als die Lichter einer Menge auftreten, welche ihr ganzes Licht den Umjubelten spendet und dabei selbst im Schatten verharrt. Kann man dem Erfolg die Schleppe tragen, ist man ja auch schon nah dran. Dennoch wundert es das Herz im Menschen, wem da so und ebenfalls wofür – alles zugejubelt wird. Also was Licht, Gedanke und auch Haltekraft im Menschen anstrengt, obwohl er es gar nicht haben will. Denn wäre dies nicht so, wieso ist es denn da, wo kommt es nur her und so ungewollt leicht in des Menschen Aufmerksamkeit?

Was von all dem, was den Menschen heutzutage fast schon alltäglich stört, war schon gegeben, vorhanden, existent auf Erden, bevor der Mensch es mitgebracht, aus sich heraus getan oder einfach auch nur dinghaft gemacht hat?

Nur all das Grundlegende ist bereits vor dem Menschen auf der Erde gewesen. Also die allumfassende Basis für das pure Leben, ohne Urteil und Abstriche.  Wurde einfach so gegeben, nirgendwo mit einem Preisschild behaftet. Auch der Gedanke Preis ist menschlicher Herkunft. Allgemein scheint der Preis im Alltäglichen, heutzutage wichtiger zu sein als das Leben, welches uns im Ursprung – gar nichts gekostet hat, doch dafür stets alles gab, was wirklich wichtig war und ist. Wie oft achten wir auf die Preise des angepriesenen Zubehörs in unserem Leben mehr – als auf uns selbst?

Die Welt ist voller Preise, und wo sind die Menschen? Wo sind wir, die keinen Preis haben, weil Leben und Liebe ewig währt und unbezahlbar ist, weil die Natur mehr als genug für alle schenkt, da auch sie aus Liebe gibt?

Wir sind überall und fühlen es jetzt.

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Wo du einzigartig stehst

Die vielen Kleinen
heben hoch den Besten und
halten diesen dann für groß.
Schauen nach oben,
sich selbst dabei täuschend.

Denn wird das Kleine
im Innersten erhoben,
erkennt es mit Leichtigkeit,
wahre Größe ist gar nicht sichtbar,
hat kein menschlich Maß,
ist Licht, Weite, mit all der Vielfalt darin.
Enttäuscht wendet der Mensch sich ab.

Doch stände da vor dir,
der du im erhobenen Zustande verweilst,
ganz plötzlich etwas,
das dir ins Auge blicket,
dabei auf eigenen Beinen stehend,
das wäre dann schon
wahrlich überraschend groß.

Das messbar Große allerdings,
gesponnen aus dem Irdischen,
dieses sinkt, fällt in die Vergessenheit,
wenn das Kleine eigene Wege findet
und einsichtsvoll fühlend versteht,
auch das Kleine gibt es nicht.

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