Wir regulieren Begriffe

von C. Luxus Lazarz

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Menschen geben allem Ding, Sein und Fall selber eine Bedeutung, weil wir es können, es nur so für uns Sinn macht und freudvoll angenommen werden kann, oder auch gefürchtet wird. Letzteres ist unnötig, da alles, auch jeder Gedanke im Leben eines Menschen im Ursprung aus demselben stammt. Somit liegt dem Ding stets eine lichtvolle Absicht zugrunde, die der Redakteur im Kopf jedoch gern zensiert.

Beginnen wir mit einem einfachen Beispiel, ein verzwickter Gedanke, der landesweit seit ein paar Jahren – seine düstere Glocke schwingt. Was wohl daran liegt, dass man ihn nur einseitig auslegt.

Altersarmut = arm an Alter (sein), hält fest am Elend der Jugend.

Wer arm an Alter ist muss also keinesfalls verzweifeln, denn ihm bleibt somit Raum für die geistige Jugend, welche den Menschen füllig und gern durchströmt. Das leuchtet auch dem anscheinend Ältesten ein, und so lässt der Mensch aus seinen Gedanken stetig mehr – das Alter, das Alte, das Steife, das Graue, das Taube und Halbblinde in allem Denken und Fühlen schwinden, weil er gern in diesen Dingen arm bleibt, was ja auch keine Schande darstellt.

 

Einfach im Geist = still, einfühlsam, leer, klar, neutral, kraftvoll lebendig

Einst las ich im Alter von 28 Jahren in der Bibel den folgenden Satz aus der Bergpredigt des Jesu:

„Das Himmelreich gehört den Einfachen im Geist.“

Damals dachte ich überheblich, es sei von Idioten die Rede, und mit keiner Faser meines Daseins kam mir in den Sinn, dass alles Leben miteinander verbunden sein könnte.

Jahre später bin ich mir nun dessen gewiss, dass all jene einfach im Geist sind, welche die Gewohnheit – sich alles kompliziert oder gar erschreckend zu denken, umgewandelt haben in reine Freude am Tatsächlichen.

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