Du bist geliebt

von Luxus Lazarz

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Das ‚Sich geliebt fühlen‘ ist objektiv wahrgenommen nur erlebbar, wenn der Mensch in sich selbst die Liebe fühlt. Die Liebe, die ihn wahrlich lebendig macht und hält. Denn unumgänglich kann ein Mensch nur fühlen, weil er einen Körper hat, der ihn beherbergt. Wenn der Mensch zum Beispiel einen Film sieht und mit den Schauspielern mitfühlt, dann findet dieses Fühlen in ihm statt und nicht im Fernsehapparat.

Ich erinnere mich, in meinem Leben desöfteren widersprochen zu haben, wenn ein Mensch mir sagte, dass er mich liebt. Seine Liebe passte nicht in meinen Bilderrahmen und da ich über den Rand nicht hinausschaute, konnte ich auch nicht fühlen, was man mir gab. Ich stellte Forderungen an die Äußerlichkeiten der Liebe, so wie ich es in Filmen als Kind einst sah. Wer ist Schuld daran? Keiner, es ist passiert, viel hab ich dazu gelernt.

Wenn ich mich selbst nicht liebe, kann ich niemanden dafür schuldig sprechen, dass ich mir das ersehnte Gefühl verweigere, mich geliebt zu fühlen. Ein Gefühl, das mir auch kein Mensch wieder wegnehmen kann, denn es ist ja in mir, überall und jederzeit bereit, mich zu durchfluten, Mauern zu sprengen, oder einfach da zu sein, wenn mein Ich beiseite tritt. Wenn ich dieses Empfinden, diese Wahrnehmung meines endlosen Erbes, jedoch mit einem Ding oder Menschen im Außen verknüpfe, mir nur gestatte zu fühlen, wenn die Leinwand stimmig scheint, … kann ich schamhaft erkennen, nur ich war der Idiot und dies mehrere Jahrzehnte meines Lebens. Klar, woher sollte ich es wissen, doch wahrlich wusste es kein Mensch, dem ich in den ersten 35 Jahren begegnete. Und was der Andere nicht weiß, nicht kennt, das kann er auch niemand Anderem vermitteln. Lieben ist so einfach, wenn man fühlend versteht. Jeder Mensch hat eine eigene Art, seine Liebe auszudrücken, zu verdeutlichen, in sein Leben einzulassen, was ihn erfreut.

Eins ist klar, Liebe verurteilt nicht, trägt keine Zweifel in sich, fragt nicht nach, schätzt nicht und wiegt auch nicht ab, oder stellt zur Rede. Auch  nicht sich selbst. All dies ist bedingt durch Interessen und nicht aus Liebe. In den Filmen von einst, stellten die Macher meist – Liebe als Spektakel oder Tragödie dar. Doch ganz allgemein befühlt, ist Liebe eine wahrlich stille Angelegenheit. Was wahrscheinlich auch mit ein Grund dafür ist, dass sie immer da sein kann, ohne höllisch aufzufallen, leider ebenso auch, ohne bemerkt zu werden, von jenen, die nicht in sich fühlen, was im Jetzt ist und darüber hinaus bleibt.

Das Leben machte mir deutlich, alles, was auf Erden atmet und lebt ist geliebt, sonst wäre es nicht. Denn obwohl ich in meinem ganzen Leben, noch nichts weltbewegendes geleistet habe und sogar Fehler wiederholt machte, die offensichtlich dumm waren, werde ich jeden Tag wieder geweckt und ins Leben gerufen. Für keinen Atemzug habe ich bisher an den Geber bezahlt, auch nicht für Gedanken, Ideen und geniale Erfahrungen. All dies fiel mir bedingungslos zu.

Ich, der Mensch, kann in mich fragen, wieso ich bin, jenes fragen, was mich aus dem Unsichtbaren gab, was mich alltäglich lebendig liebt und hält. Frag in dich, warum es dich liebt und es wird antworten, erst mit Gefühlen und dann mit Gedanken, die dir anfänglich fremd erscheinen, doch umwerfend liebevoll sind.

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Wenn dich der Gedanke Selbstliebe beschäftigt, findest du im Blog von Renate Helene Zormeier noch mehr Informationen dazu, was die Wirkung und Zusammenhänge des sich selbst Liebens betrifft.

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