Einfach gegeben

von Luxus Lazarz

 

Vom Moment oder auch Augenblick und dessen Erfordernis, wobei bereits als sicher gilt, dass Herausforderung kein Erfordernis ist, um lebendig zu sein.

Stell dir einmal vor, wir beenden das vorauseilende Denken und entdecken den passenden Zufall im Gegenwärtigen. Das vorauseilende Denken beenden, wie soll denn das vonstatten gehen, frage ich das Innerste und bin bereit zu lernen, zu hören und zu sehen, was nun folgt.

Das Leben ist gefüllt mit Möglichkeiten und hinter jeder neuen Möglichkeit, verbergen sich ungezählt weitere, die sich erst durch die Wahrnehmung der ersten Möglichkeit, offensichtlich machen lassen. Wiederum dahinter und rundherum befindet sich eine unerschütterliche Ordnung, die mit dem menschlichen Verstand, nicht begreifbar ist, manchmal allerdings mit allen Sinnen und nicht nur innerlich wahrnehmbar wird. Es ist die Einfachheit des Passieren von Leben, dies vollkommen nach den wahrhaften Bedürfnissen des Augenblicks ausgerichtet.

Dieses Selbstverständnis ist jedem Baum zueigen, der im Frühling neue Blüten und Blätter treibt, weil er zuvor im Herbst sein altes Kleid fallen lassen hat. Mit hoher Wahrscheinlichkeit, denkt der Baum nicht darüber nach, ob ihm im Frühling ein neues Kleid beschert wird, denn er braucht nicht zu denken, weil es einfach passiert. So kann er sich in jeder Phase seines Lebens, vollkommen auf das Gegebene konzentrieren, es genießen und sich daran erfreuen, solange die Möglichkeit gültig wirkt. Der Übergang von einer sogenannten Jahreszeit zur nächsten, erfolgt stets sanft und ohne Kampf, denn dies wäre abartig und jede Art für sich allein ist rein und von Natur bestimmt.

Du warst es gewohnt, vorauszudenken, zurückzudenken und dies beinahe rund um die Uhr, in deiner Wachzeit bei Tag und Nacht sowie manchmal gar im Schlaf. In den letzten Jahren hast du gelernt, mehr und mehr deine Aufmerksamkeit dem Gegenwärtigen zuzuwenden und dort auch zu bleiben. Dies wiederum, brachte dir stets lehrreiche, erstaunliche und immer wieder auch ungeahnt erfüllende Erfahrungen. Obwohl du dich manchmal ein bisschen klapprig fühlst, sind deine Leistungsmöglichkeiten beim hingebungsvollen Tun, für so manchen Beteiligten und auch für dich – angenehm überraschend.

Hat der Mensch, die eine Art zu leben überwunden, ist es ihm unmöglich, ohne Konflikte im eigenen Gewissen, in das hinter sich Gelassene zurückzukehren. Als natürliches Bild diene hier, dass sich kaum ein 9-jähriger freiwillig in eine Kindergartengruppe von 4-jährigen eingliedern wird. In kleinerer Draufsicht zeigt sich als Gleichnis, dass mit der Einführung des Werkzeugs Schere im Haushalt, alles anstrengende Zerreißen endet. Wer neben einer ordnungsgemäß funktionierenden Schere sitzt und mit viel Kraft dem Widerstand von Papier oder Stoff begegnet, schläft mit offenen Augen, oder ist wütend, was ihn sogar doppelt blind macht.

Habe ich einmal eine weitere Möglichkeit erfahren, entdeckt, erkannt, für mich wahrgenommen, dann wird dieses – für mich Bessere, ein Maßstab für alles Kommende sein. Besser kann für den Menschen vielerlei Gestalt haben. Leichter, nachhaltiger, mühelos, allgemein freier, angenehmer, selbstverständlich oder einfach passend, wie es der Zufall stets ist. Der Zufall, den ich nicht erdenken kann, doch dafür das Leben inspirieren, diesen für mich einzusetzen oder mir unnachahmlich zuzuspielen.

Inspiration geht jeglicher Einsicht zum Besseren voraus und folgt dabei keinem, uns bekannten Muster im Denken. Die innere Berührung erfolgt aus dem Nichts und lenkt unsere Aufmerksamkeit, die uns eigene Wahrnehmung, auf eine dem Denkenden noch unbekannte Möglichkeit. Inspiration ist jener innere Strom, der die Gegensätze des Denkens undenkbar vereint, sodass uns vor dem inneren Auge, deren eingewobene Harmonie erscheint und selbstverständlich bleibt.