Wie wäre mein Leben, wenn …

von Luxus Lazarz

.

Stell dir einmal vor, der Mensch ist tatsächlich göttlicher Herkunft und hat es nur vergessen. Seit Jahrtausenden sucht er nach sich selbst, nach Sinn und Zweck seines Lebens und nach Gebrauchsanweisungen, für den Umgang mit der eigenen Art und deren Unstimmigkeiten. Doch immer wieder wird er nur vorübergehend fündig. Oft zeigt sich gar die Wahrheit von gestern als Irrtum im heute und so nimmt die Suche kein Ende. Erfahrungen werden nachgelebt, wieder und wieder – obwohl sie kein Mensch besser machen kann, als es die Ersten einst taten. Alles hat sich verändert. Regeln, die gestern noch unberührbar erschienen, nimmt in der Gegenwart kaum noch ein Mensch ernst. Nicht nur die Erde ist anerkannt rund, sondern auch das Denken, Fühlen und Handeln vieler Menschen weltweit. Tabus wurden gebrochen, neue erfunden, nichts ist mehr so, wie es einst war. Das ist das Leben und alles Göttliche nimmt an der Veränderung teil.

Du wirst mir wahrscheinlich zustimmen, dass das Göttliche, also jenes, was die Natur, die Erde, alle Planeten, Sonnensysteme und auch den Menschen erschuf, derart genial sein muss, dass es dafür keine Worte gibt. Diese unbeschreibliche Genialität wird es todsicher nicht versäumt haben, sich selbst Mittel und Wege zu geben, um sich niemals im Chaos ganz zu verlieren, eventuell gar anzugreifen oder vernichten zu wollen. Denn wenn man als Mensch, nicht total blind, taub und sich selbst fremd ist, dann wird es mehr als offenbar, dass das Leben selbst ein Geschenk, eine Gnade ist, die jedem freudvollen Herzen alle Möglichkeiten eröffnet, das Göttliche überall zu entdecken und wahrzunehmen, weil es einfach da ist, auch ohne unsere Kenntnis davon.

Stell dir vor, du gehst spazieren und plötzlich siehst einen wunderschönen Strauch mit lilafarbenen Blüten und bleibst stehen, um deren Duft zu erkunden. Du näherst dich dem Schönen und es erweitert sich, denn nun siehst du auch einen Schmetterling, der auf einer Blüte verweilt und Nektar trinkt. Nur wenige Zentimeter weiter schwebt schon der nächste Schmetterling und je aufmerksamer du hinschaust, umso mehr werden es. Da ist ein Flattern, Schweben und Fliegen von Blüte zu Blüte, und dir wird bewusst, so war es schon vorher, auch gestern, vielleicht schon immer, nur du sahst es nie, weil dein Ziel ein Anderes war, als das Schöne zu sehen. Irgendwann gehst du weiter, wendest dich dem nächsten Schönen zu. Eventuell erinnerst du dich, nicht gleich jedes Mal daran, doch vergessen, dass du selbst entscheidest, wie viel Schönes in deinem Leben sichtbar wird und niemand Anderer, das kannst du nicht. Denn dieser Moment, hat dir ein schönes Stück deines göttlichen Erbes offenbart. Es war nur ein Moment, und nun denk mal darüber nach, wie viele noch folgen können.

Durchaus bemerkenswert:
Eile ist kein Gebot

Es entwickelte sich, weil ich hineingetrödelt bin. In anderen Jahren stürmte ich mehr und tat mir oft weh, denn die Welt war so eng – in mir und um mich herum. Im Jetzt hat sich die Stille geweitet und Begegnungen werden seltener, doch dafür sind sie stets erfrischend, wärmend und auch klärend, denn das Göttliche sorgt durch mich für sich. Ich empfinde Freude und fühle mich geliebt als Mensch, auch ohne äußeren Anlass. Der Kopf schürft mehr und mehr nach fühlbarem Gold und lässt alle Disteln weitestgehend unberührt. Das Kreisen liegt hinter mir, Liebe bewegt mich in neue Räume. Ich staune, die Kindheit kehrt durch mich, in das Leben zurück. Schenkt mir weitere Zuversicht und Vertrauen in jenes, was ich, was jeder Mensch – wirklich ist. Warum auch nicht?

Dem Leben sei Dank, bin ich volljährig und nicht nur blank. Wohl zu wissen, dass das Seine ist und für das Seine sorgt. Alles Andere sorgt und ist für sich getrennt. Bis es in letzter Not erkennt, dass es ebenfalls das Seine ist. Dann ist alle Not vorbei. Denn niemand mag diese weiter unterhalten und so packt sie ihre sieben Sachen und bricht auf zu neuen Ufern, die fern dem Reich aller Geliebten liegen.