Vom Kern des Menschen

von Luxus Lazarz

TIGERAUGE

In der Bibel wird empfohlen, sich von Gott kein Bild zu machen. Denn, wenn das Eine vom Menschen – in ein Bild gepresst wird, so kann er es in allem Anderen, weder fühlen noch wahrnehmen, wenn es nicht dem Bilde entspricht. Somit trennt der Mensch die Wahrheit von der Wahrhaftigkeit, denn nicht das Bild gibt ihm die Kraft und das Leben, sondern jenes Unsichtbare, welches im Menschen beständig wirkt. Unsichtbar sichtbar ist, den Menschen atmet, diesen pulsiert, für ihn Ideen hochwirbelt und allen Raum dazugibt, in dem jede Idee – sich entfalten und vervollkommen kann.

Gott schuf Frau und Mann, sie und ihn – nach seinem Ebenbild. So steht es in der Bibel. Daraus lässt sich schließen, dass Gott sowohl Mann als auch Frau ist. Was sich nicht zwangsläufig körperlich ausdrückt, denn das Göttliche ist eine Energie, ein Wesen, ein Beet, eine Genialität, die in allem und jedem Lebendigen und auch Ding wirkt. Energie, aus der alles und jedes besteht. Somit ist das Göttliche überall und der Mensch stets in diesem. Verabschiedet man sich von dem Bilde Gottes, welches sich irgendwelche Vorfahren machten, dann kann man in sich ein Kichern spüren, und zwar im Bauch.

Das Göttliche ist frei. Es kann tun und lassen, was es will. Es kann überall sein und auch nirgendwo. Das Göttliche ist schön, wild, sanft, erfinderisch und liebt alles lebendig, was seine Begeisterung entfacht. Ebenso ist es auch der Mensch, der kein Bild von Gott in sich trägt, sondern bedingungslos jenem Unsichtbaren Raum in seinem Inneren gewährt, das ihn zauberhaft lebendig liebt.

Niemand kann den Menschen jemals so lieben, wie jenes, das immer bei ihm ist. Nur der Mensch und dieses Eine wissen, wie der Mensch geliebt werden will. Es tut im einzig wohl, alles Andere – tut der Mensch sich selbst an.