2 – Vom Wahnsinn zum Frieden

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Als ich im Frühjahr 2019 damit begann, den Kurs wirklich aufmerksam zu lesen und tatsächlich Teile meines Alltags, mit neuen Gedanken zu erfüllen, wurde mir stetig mehr bewusst, dass mich die Gedanken des Kurses daran erinnerten, dass sie allesamt bereits in mir vorhanden waren, und zwar schon seit vielen Jahren. All dieses wahrlich, für ein friedvoll-glückliches Leben benötigte Wissen, steht jedem Menschen im Innersten zur freien Verfügung. Er kann es in seinen Erfahrungen ablesen und auch darin erkennen, wie er einst dachte, dass etwas sein oder werden würde und wie es sich im Jetzt nun wahrhaft zeigt.

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Seit dem Jahrtausendwechsel suchte ich unermüdlich, all die Geheimnisse des Lebens zu ergründen, welche der Lehrplan in der allgemeinen Schule nicht enthielt. Das ganze Jahr 2015 bis in den Herbst 2016, hatte ich mich dabei beobachtet, wie ich immer wieder Runden im Erfahren drehte, dieselben Fehler machte, die gleichen Gedanken im Geiste durchkaute. Zwar hatte ich einiges in den vorhergehenden Jahren gelernt, doch das Gelernte, auch in mir zu festigen und vor allem anzuwenden, vergaß ich mit Bravour. Dementsprechend steckte ich fest, in meinem eigenköpfig gestalteten Leben und hatte keinen Schimmer, wie ich da jemals mit klarkommen sollte. Dann gab es jedoch plötzlich einen Moment, in dem ich zur Ruhe kam, und da erinnerte ich mich wieder an das Gebet. Und ich bat um Gewissheit in mancherlei Hinsicht und darüber hinaus bat ich – um ein Wunder.

Die damals gewünschte Gewissheit, bekomme ich weitestgehend erst seit dem vorjährigen Frühling. Sie wurde unerschütterlich in mir gemächlich freigesetzt, doch das Wunder folgte tatsächlich rasant. Es fiel mir bereits drei Tage nach dem Gebet zu, und stetig mehr erscheint es mir seitdem, als ob dieses Wunder kein Ende kennt. Es lässt sich deutlich in den vergangenen Jahren erkennen und natürlich immer wieder im Jetzt, insbesondere dann, wenn ich über etwas kurz nachdenke und das Bedachte mir dann wahrhaft in der Welt erscheint oder gegeben wird. Zwischenzeitlich sehe ich sogar ein, dass das Wundersame sogar schon wirksam war, als ich selbst gar nicht mehr an Wunder geglaubt habe. Das waren allerdings nur wenige Jahre, meines bisherigen Lebens. Genau jene, an die ich mich kaum noch erinnern kann. Eventuell gibt es ja den Teil, der diese Jahre als die meinen wahrnahm, gar nicht mehr in mir. 🙂 Gott sei Dank, ist ja nichts unmöglich!

Mit Freude bin ich mir dessen gewahr, dass stetig mehr Brüder und Schwestern, jenen Frieden in ihrem Selbst finden. Ein Frieden, von dem viele Menschen immer noch nicht wissen, dass Er wahrlich das ist, was verzweifelt in der Welt gesucht und zu finden hofft wird. Doch kann dieser Frieden, der ein Göttliches Geschenk und unser ewig wahres Erbe ist, nur in der Welt geschaut werden, wenn er aus dem Innersten des Sehenden ausgestrahlt wird. Denn, wie bereits angeführt, ist der Himmlische Frieden nicht von dieser Welt. Jeder Einzelne von uns ist ein Tor für das Licht, welches in uns strahlt, strahlt und strahlt, damit wir es uns gegenseitig geben, was wir innerlich empfangen haben und somit die Welt unausweichlich heller und heller machen. Wird das Licht von Zweien oder mehr Kindern Gottes Eins, ist in diesem Licht nichts mehr unmöglich. Kein Haß, keine Angst, kein Groll können sich darin aufhalten.

Und nun stell dir einmal vor, wenn Zwei (oder mehr „gewöhnliche“ Menschen), welche eine Brücke aus Licht bilden, da sie miteinander und allem, was ist, in sich still in Frieden sind, also diese Zwei im Licht Eins sind, was dann wohl mit all den Menschen passiert, die durch diese Lichtbrücke gehen. Unbewusst, dass sich da Wege kreuzen, beziehungsweise das Licht sie für einen Moment vollkommen umhüllt. Also all jene Brüder und Schwestern, die zwischen den Einigen Beiden hindurch laufen.
Wenn du es dir vorstellen kannst, eventuell auch ohne Bild, kannst du davon im Jetzt etwas fühlen. Es ist ein seltsames Gefühl, eine Art Aufrichten, aufrecht Sein im Inneren. Es kribbelt und weitet den Blick. Es ist jene Qualität, um die das innere Feld des Lebens für alle Menschen bereichert wird, Dank dir, jetzt. Und du, der du ein Pfeiler dieser Lichtbrücke bist, hast es gegeben, zusammen mit dem Anderen, der im Licht auch du ist.

Die Macht des Himmlischen Friedens ruht in der Liebe. Mehr gibt es im Leben nicht zu gewinnen. Auch dann nicht, wenn die Welt und der Verstand in dir, es in allen Farben ausmalt und in mancherlei Tönen versprechen. Liebe malt nichts aus und säuselt nie. Sie ist einfach so da und durchrieselt dich. Stimmt wunschlos glücklich, schenkt Erstaunen, wo zuvor ein Nebel hing. Küsst dich wach, ohne Ach und Krach. Kennt kein Drama und liebt alles Lebendige – da sie sich in allem selbst erkennt.