Rückblick voraus

.

Einst lebte ich in einer Welt, dort traute ich nur meinen Augen, die stets vom Verstand in mir beraten wurden. Es schien mir fraglos normal, doch es war eine Scheinwelt, in der ich lediglich lernte, dass man des Körpers Augen niemals trauen kann, es sei denn, die Liebe schaut durch sie. Doch, wann ist dies schon der Fall? Um die, auf dieser Tatsache gründende, wachsende Verzweifelung loszuwerden, trieb mich der Wunsch an, im Nichtsichtbaren eine Antwort zu finden. Von dieser Antwort erhoffte ich mir, mehr Mut zum Leben. Ich bekam die Antwort, welche mich wiederum auf einen Weg brachte, auf welchem ich Mut und Feigheit zurückließ, wahrlich über diese Versuchungen erhoben wurde und darüber in ein Vertrauen fand, welche beides – also Mut und Feigheit – bedeutungslos machte.

Wer wirklich will, der braucht keinen Mut, um zu sein und zu tun, was gewollt wird durch ihn. Zweifelsfrei – macht dich und mich der wirkliche Wille, sieht kein Hindernis, nur den nächstmöglichen Schritt, der niemals mutig, sondern einfach und wenn auch manchmal unerklärlich, selbstverständlich ist.

Das Gebet

Das Gebet ist eine Bitte, um die Gabe von jenem, worum der Mensch bittet. Kein Gebet muss vor Gott begründet werden, es genügt allein, um das zu bitten, von dem man glaubt, es sei noch nicht da, wo man es braucht.